Sonntag, 29. März 2020

Pandemonia 14 - Alt im Sessel

Diese Nacht auch wieder Fortführungen dessen, was ich tagsüber schon tat. Versuchsweise mit Dokumentation über den Vietnam-Krieg in die Traumwelt herübergefahren. Dann wieder erwacht durch pulsierender rhytmischer Musik von der ich erst dachte, sie käme direkt aus meinem Herz, dessen Schlag sich gerade beschleunigt und verlangsamt. 

Dann realisierte ich, dass die Musik aus einem benachbarten Atelier durch die Wand erklingt. Nach einer Weile des Herumwälzens und hadern mit der eigenen Coolness, entschloss ich mich dann doch aufzustehen und um Abschaltung der Musik zu bitten. In dieser Situation kam mir die Brüchigkeit meines Sprechorgans zu Pass. Denn ich röchelte mein Anliegen unter einem wirren Haarschopf hervor und ihm wurde statt gegeben. Dafür bedanke ich mich. 

Vielleicht könnt ihr euch schon denken, warum ich mich eine Weile herumgewälzt habe, bevor ich mich erhob. Es erinnert mich an das Verfahren, dass ich gegenüber schnarchenden Schläfern anwende. Aus Respekt vor dem Schlaf traue ich mich seit Kindertagen den Schnarchenden oder die Schnarchende nicht zu wecken. Bei der Musikabstellung war es dann aber weniger Respekt als die Angst vor dem Alt-Sein. E

ine ähnliche Erfahrung hatte ich einen Abend davor, als ich nach einer Live-Strömung der Sende-Crew dabei zuschaute, wie sie noch etwas Musik auflegte, die mir neu und fremd erschien, abstrakt und auch ein bisschen platt im Gegensatz zu dem, was ich höre (und mache?). Ich saß während dessen in einem Sessel mit einem Whiskey in der Hand. Als einziger. Und da fühlte mich plötzlich alt, obwohl ich nicht der älteste im Raum war. 

Dieses Gefühl hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben. Und in dieser Situation war es auch irgendwie okay. Ich saß im Sessel und schaute friedlich und interessiert zu, wie die Welt sich weiter dreht. 

Später kam natürlich der völkische Zweifel, dass ich meine Chance vertan hab und nun nur noch ein passiver Sack sein werde. Das führte dann zum Eintrag von gestern und zum Zögern, bevor ich mich aus meiner Bettstadt erhob und um Stille bat. 

Letztlich habe ich dann doch noch eine ganze Weile gebraucht, um in den Schlaf zu rollen. Aber einfacher als in Vietnam war es allemal.

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Samstag, 28. März 2020

Pandemonia 13 - Innerer Rührkuchen

Das hier ist ja die Unglückszahl - wird dazu vielleicht auch nur, weil ich es ausspreche.



Gestern bin ich nach Life-Strömung aufs Dach gestiegen und hab in die Ferne geschaut. Danach folgenden Satz leicht sediert notiert:

Das sind nicht wir, wie wir uns gern sehen würden, sondern wir wie wir sind.

Im Traum dann das Tagesgeschehen weiteregelebt und gerädert erwacht. Erleichterung darüber, dass es vorbei ist. 

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Freitag, 27. März 2020

Pandemonia 12 - kleine Schnipsel / Hundverhältnis

Wahrscheinlich lag es daran, dass ich kurz vor der erschöpften Bettung noch Alkohol zu mir nahm: Die Erlebnisse der Nacht gestalteten sich sehr fragmentiert und gesplittert. An kaum etwas habe ich genaue Erinnerungen. Vielleicht sollte ich mich auch nicht ganz so sehr darauf konzentrieren, im Schlaf etwas zu erleben. Auf der anderen Seite ist es schon eine sehr schöne Sache, nicht zu wissen, wohin die Reise geht, aber etwas erleben zu können. Und mir fiel auf, im Traum kann ich in der Zukunft, dem Jetzt oder in der Vergangenheit sein. Es gibt da keine Grenzen. 

Diese Allgegenwärtigkeit kommt auch darin zum Ausdruck, dass das Ich, das die Träume erlebt nicht kongruent mit dem Tages-Ich sein muss. Vor allem das Alter scheint zu varrieren. In meinem Fall, so stelle ich gerade fest, ist es meist ein jüngeres, kindliches Ich, aber eben nicht immer. Manchmal auch das Jetzt-Ich in der Welt der Kindheit oder das Kindes-Ich in einer ganz anderen Welt. Und heute Nacht schien ich nur Beobachter zu sein und erwachte mit dem Gefühl gerade eine komplexe Geschichte erlebt zu haben. 

In dieser Geschichte spielte der Präsident der Vereinigte Staaten von Amerika Donald Trump eine Hauptrolle, als sehr wichtiger Nebendarsteller war sein Hund zu sehen. Ich konnte beobachten, bzw. erzählte mir selbst, dass der rüde Regierungsstil Trumps einzig und allein darauf zurückzuführen ist, dass sein Hund sich nicht von ihm streicheln lässt und keine Liebe von ihm annimmt. Das macht Trump sehr traurig, denn er möchte dem Hund doch Zuneigung geben und Hunde sind ja auch dafür bekannt, dass sie, im Gegensatz zu Katzen, bedingungslos lieben und Liebe annehmen. 

Ich sah Szenen, in denen Trump seinen Hund mit beiden Armen nach oben hob. Es war ein West Highland White Terrier, der Hund aus der Cäsar-Werbung, weil ich diesen bei Oma im Kabelfernsehen wohl am häufigsten sah und er sich so in mein Hirn einbrannte. Er wollte ihn, wie heißt das Wort? Knuddeln. Aber der Hund sträubte sich. Und wie schon in den vergangenen Tagen, sah ich Trauer und Verletzung in den Gesichtern der Traumprotagonisten. In diesem Falle Trump. 

Heute ist meine Schreibe wieder etwas analytischer, deshalb gebe ich dem jetzt weiter nach und interpretiere, dass eine Liebe aus Selbstliebe heraus nicht fruchten kann. Selbst bei einem Hund nicht. Trump wollte den Hund knuddeln um sich selbst zu beweisen, dass er lieben kann und damit der Welt zeigen, was für ein guter Mensch er ist, um vor sich selbst wiederum gut dazustehen und egoistisches Handeln zu rechtfertigen. 

Wenn ich jetzt die Kurve zu mir einschlage, komme ich ein bisschen ins Grübeln, was das über mich aussagt. Ist mein helfendes Handeln im Bekanntenkreis nur eine Zahlungsmittel, damit ich mich später wieder egoistisch und schlecht verhalten kann? 

Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich erst gestern daran dachte, vorerst kein Haustier (in meinem Fall eine Katze, ich bin ein Katzenmensch) haben zu wollen, da ich ihm nicht genügend Raum und Zeit geben könnte. Das ist auch eine egoistische Entscheidung, aber zumindest eine unter der kein Tier leidet und wenn wir schon mal dabei sind, kann ich ja auch mitteilen, dass ich diese Entscheidung nicht etwa aus Weisheit heraus getroffen habe, sondern aus der Erfahrung heraus, dass ich sehr lange einen Kater (Wassillly) hatte, für den ich nicht immer gut sorgen konnte. 

Ich vermisse ihn sehr und weiß gar nicht, ob er noch lebt. Ich hatte mich vor 5 Jahren dazu entschlossen, ihn in gute Hände ins Brandenburger Land abzugeben. Habe jetzt aber schon länger nichts mehr gehört. Dieser ganze Wassilly-Komplex geht mir immer noch sehr nah, macht mich sehr traurig. Sicherlich auch, weil er symbolisch für das Ende einer wichtigen Beziehung steht. Und jetzt bin ich am Ende dieses Textes und weiß gar nicht, wie ich hier her gelangt bin. Vielleicht erklärt es sich in der nächsten Nacht.

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Donnerstag, 26. März 2020

Pandemonia 11 - Dunkle Stille dräuend

Ein Park in der Mitte eines Quarees von Bürger bzw. Villenhäusern der Jahrhundertwende. Erinnert an Halle/Saale. Die Sonne scheint, die Platanen stehen im vollen Saft. Ich wandele dort mit einer Gruppe von ca. 6 Menschen, die sich zu Teilen aus mir bekannten und teils unbekannten Personen zusammen setzt.

Die Gespräche thematisieren die außerirdische Bedrohung, von der überall die Rede ist. Alle sind verunsichert, denn keiner stellte bisher eine Veränderung geschweige denn Bedrohung seines Lebens fest. Plötzlich jedoch zieht ein Unwetter auf. Der Himmel verfärbt sich unwirklich. Kontrastreich stehen extrem dunkle Wolken sehr hellen, nahezu horizontal verlaufenden Sonnenstrahlen entgegen, die alle konturen unnatürlich scharf und definiert erscheinen lassen. Ein starker Wind zieht auf und die Bäume um uns herum beginnen bedrohlich zu wanken.

Ich schlage allen vor in einem der Häuser Zuflucht zu suchen. Ich scheine der Besitzer oder mindestens Mieter zu sein. Es ist dreistöckig und etwas kleiner als die Häuser daneben, dafür von sehr hellem Erscheinungsbild mit Fenstern im Jugendstil. Die anderen der Gruppe verneinen meine Idee und wollen unter den Platanen bleiben und den Sturm aussitzen, den sie nicht als Beginn des Angriffs der außerirdischen Macht erkennen wollen. Es regnet nicht, der Sturm wird immer heftiger. Ich schaue in die Bäume und rechne damit, jeden Moment von einem herunterbrechenden Ast erschlagen zu werden.

Dann klart der Himmel von einem Moment zum nächsten auf und große weiße Quellwolken erscheinen majestätisch im Sonnenlicht begleitet von wohlklingenden Streicher-Akkorden mit Posaunenstößen. Drei Regenbögen sind zu sehen.

In diesem Moment wachte ich auf und fühlte extreme Bedrängung. Sowohl im Raum, als auch im Haus und auf der Straße war es extrem ruhig und dunkel, doch in dieser Ruhe schwang eine extreme Bedrohung mit, die mich beinahe hätte schreien lassen. Da ich mich bewegen konnte, schloss ich eine Schlafparalyse aus.

Ich erwog aufzustehen und das Fenster zu öffnen, doch blieb liegen, da ich wie immer unsicher war. Die Chancen standen in der Situation 50/50. Entweder die Bedrohung ist schon im Raum und ergreift mich, wenn ich das Bett verlasse, um sie durchs Fenster nach draußen zu schicken oder sie lauert vor dem Fenster und kommt durch das Öffnen erst herein.

Anstrengende 15 Minuten der Anspannung und Stille die nur durch den langgezogenen Ton eines Güterzugsignalhorns in der Ferne unterbrochen wurde, bevor ich in einen traumlosen Schlaf zurück fiel.

Der nächste Morgen dann, als ob er mich und meine Nachtgedanken verhöhnen wolle,  mit einem blauen Himmel, den üblichen Geräuschen und frischer Luft.

*

Pea Münnich hat ein Feature über alltägliche Gefühle und Gedanken im Umgang mit der Krise gemacht, bei dem ein Text von mir eingebunden ist. Ihr findet das Feature hier.

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Mittwoch, 25. März 2020

Pandemonia 10 - Zuhause bei Touristen

In einem verfallenen Haus in einer verfallenen Straße, die aussah als befände sie sich im London des Industriezeitalters lebten ein Junge und ein Mädchen. Ich war bei ihnen zu Besuch, es schien mir fast wie ein Urlaub. Die Gebäude waren verfallen, aber die Sonne schien und die verwilderteren Hinterhöfe waren Grün. Das Zimmer in dem wir uns aufhielten hatte eine Fensterfront und Tür zu dem, was einst eine Terasse war und jetzt fließend in die Gärten dahinter überging. 

Dort und hier drin waren auch Katzen. Eine grau/braun gestreifte, eine schwarz-weiße und eine schwarze Katze. Die gestreifte und die schwarz-weiße waren jünger. Die schwarze männlich und älter. Sie konnten reden oder zumindest konnten wir ihre Handlungen deuten. Die eine der jüngeren Katzen warnte die andere den schwarzen Kater nicht anzusprechen. Sie tat es dennoch und der Kater erklärte ihr, dass nur die stärksten überleben und begann nach einigen philossophischen Ausführungen damit, der Katze seine ins Gesicht zu schlagen, während sie sich gegenüber saßen. Dann würgte er sie und und schlitze sie langsam auf und in den Augen der sterbenden jungen Katze war ein Ausdruck des Erstaunens zu sehen. 

Der Junge und das Mädchen hießen das nicht gut, taten aber auch nichts dagegen. Sie brachten den toten Körper in den Garten hinter dem Haus. Ich ging mit ihnen und stellte fest, dass sich dort über mindestens 500 Meter nach links und rechts ein mit Gras und Sträuchern überwucherter Hang erstreckte. Auf meine Frage, was sich dahinter befinde, meinten beide, wir können ja mal hochtsteigen. Wir taten dies ohne größere Anstrengung. Während der Hang auf der Hausseite steil anstieg, fiel er auf der anderen Seite nahzu senkrecht herab und gab den Blick auf ein sehr breites Flusstal und eine Ebene grüner Felder frei. Links streckte sich in einiger Entfernung eine große Metallbrücke darüber. 

Der Hang war aus Sandstein und an der Kante konnte ich erkennen, das dieser sehr porös war. Ca. 30 Meter unter uns schwammen Kinder und Jugendliche im Wasser. Während der Junge auf einem instabilen Vorsprung stand und das Mädchen und ich weiter hinten, nahm ich beide bei den Händen und sprang unvermittelt in das Wasser. Beim Sprung nach unten sah ich, dass im Wasser große Steine lagen und zog das Mädchen im letzen Moment ein Stück nach links und zu mir und verhinderte so, dass sie auf den Steinen aufschlug. Wir tauchten tief in das Wasser ein. Ich dachte noch daran, schnell nach oben zu kommen um wieder zu atmen, stellte aber fest, dass ich auch unter Wasser schon Luft holte. 

Wir stiegen wieder aus dem Wasser und waren zurück in ihrer Straße als wir Musik hörten. Genauer gesagt den Klang einer E-Gitarre über einen Marshall-Verstärker. Jemand spielte das Lied "Should I Stay Or Should I Go" von The Clash. Die beiden sagten mir, dass in einem der Keller in den Häusern gegenüber eine Band probe und dort immer Parties gefeiert werden. Wir gingen hin und fanden uns in einem schmutzigen Raum mit ca. 10 anderen Jugendlichen wieder, die um eine Gruppe Musikerinnen und Musiker stand. 

Die Sängerin trug eine große Brille und mutete wie eine klassische Streberin aus einem amerikanischen Film. Sie sang in einen kleinen Gitarren-Verstärker, was ihre Stimme verzerrte und trat gleichzeitig mit einer Fußmaschine eine zur Bassdrum umfunktionierte Snare. Um sie herum standen ein weiteres Mädchen und zwei Jungen, die Bass, Gitarre und noch etwas spielten. Nach dem sie ein Lied beendet hatten, tauschten sie die Instrumente. Das sei ihr Konzept sagte das Mädchen. Einer der Jungen schwitzte und war nicht sehr begeistert, dass er jetzt ans Schlagzeug müsse, weil das bei diesen heißen Temperaturen sehr anstrengend sei. 

Ich erinnere mich noch weiter durch das Viertel mit dem Jungen und dem Mädchen gegangen zu sein. Dabei merkte ich, dass ich was mir anfangs fremd erschien und mich zu gewisser Vorsicht und Zurückhaltung trieb, mich jetzt immer neugieriger machte und die Souverinität die ich im Handeln der anderen beiden, mit dem Ort vertrauten, wahrnahm stark abmilderte. Fast als sei ich plötzlich der Fremdenführer.

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Dienstag, 24. März 2020

Panedmonia 9 - Rocknroll-Wühlmaus

Ging ein bisschen was ab im Schädel:

In einer Episode ging ich durch ein Einkaufszentrum und traf auf einen thailändischen Jungen, der ein blaues Auge hatte. Wir waren beide auf der Suche nach einem Elektronik-Laden und gingen durch eine offen stehende Glastür und befanden uns im Lagerbereich von Conrad Elektronik. Eine Mitarbeiterin in einer blauen Weste sagte uns, dass dies kein Eingang sei. Hier fände eine Veranstaltung statt. 

Der Raum hatte die größe einer Messehalle und war durch Absperrungen und schwarze Sichtschutzstoffe verhangen. Wir schlichen uns trotzdem durch und befanden uns in einem improvisierten Backstagebereich. Der thailändische Junge verschwand zu diesem Zeitpunkt. Ich realisierte, dass an einem Tisch zwischen vielen Leuten die Musiker von AC/DC saßen und ich mich in ihrer "Garderobe" befand. Ich ging kurz auf den Tisch zu und hob den Daumen bei gleichzeitiger Verbeugung um meine Ehrerbietung zu verdeutlichen und verschwand dann aus dem Bereich, um zur Bühne zu gelangen. 

Dort standen schon sehr viele Leute und warteten auf den Support-Act (eine AC/DC-Coverband?), der gerade sein Set zu beenden schien. Plötzlich gab es ein starkes Gedränge und jemand nahm den Gitarristen auf die Schulter. Die Leute drängten aus dem Publikumsbereich in das, was ich als Verkaufsfläche bezeichnen würde. Da war eine weitere Abgrenzung und eine Leinwand auf die das Konzert projeziert wurde. 

Auf einmal schwang ich mich auch auf die Schultern von jemandem und sah, dass vor der Bühne vier Menschen durch Pogo-Tanz den Bereich frei machten. Das Publikum fand dies nicht gut. Ich schlich mich vor zur Bühne und sah eine rote tropfenförmige Gitarre dort liegen und einen Techniker, der ausklappbare Lautsprecher an den Seiten der Bühne bewegte, wodurch ich meinen Kopf einziehen musste. Ich dachte mir, dass ich hier vorne warte bis es losgeht. Wann genau das sein würde, wusste ich nicht. Bekam aber ein Gespräch zwischen zwei Managern mit, in dem deutlich wurde, dass jemand von AC/DC sich darüber mokierte, dass die Hotelbettwäsche aus PVC-Baumwolle sei und er nicht Franzose und es gefälligst Satin zu sein habe. Es drohte dadurch Abbruch der Veranstaltung wegen Nicht-Einhaltung von Vertragsparagrafen. Der andere Manager sagte, wir kriegen das hin auch wenn es sehr teuer wird, aber der Aufwand lohne sich. 

Ich ging noch einmal zu der Empore bei der Leinwand und sah dort T stehen, der auch schon sehr aufgeregt war. Ich war uneins ob ich immer noch vorne auf die Show warten sollte oder dadurch, dass ich schmal bin mich später auch so nach vorn drängen könnte. Hier endet die Episode.

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Später bin ich in einer der Wohnungen in der ich als ca. 20-Jähriger lebte. Die Wände sind weiß und hoch in der Wohnung gibt es einen langen Flur und wie auch in den anderen Traumwohnungen stets Räume die hinter anderen Räumen liegen, manchmal unzulänglich oder zugänglich aber von einer feindlichen Aura erfüllt. Ich stelle fest, dass mein Vater mir einige Möbel gebracht hat. Zwei braune Hängeschränke, die in ca. 70cm Abstand zueinander an der Wand hängen und daneben eine schwarze Kommode. 

Ich sehe, dass in der Wand sehr viele Dübel von Vormietern zu sehen sind und glaube deshalb die Wohnung bei der Übergabe nicht renovieren zu müssen. Ich freue mich darüber, dass mein Vater mir damit eine Freude machen wollte und bin auch etwas traurig, dass er es allein machen musste und ich ihm nicht half. Ich finde eine Spielzeugangel. Ich frage ihn, ob wir die Schränke vielleicht einfach direkt nebeneinander aufhängen können, denn ähnlich wie mit den Boxen bei dem AC/DC Konzert muss ich mich ducken und er meinte daraufhin, dass ja noch einige andere Dübel in der Wand seien. 

Dann stelle ich fest, dass die gewinkelte Wand gegenüber der Tür aufeinmal eine Tapete zeigt, auf der sehr große kindlich anmutende Zeichenfiguren mit einem Ball spielen. Mein Vater sagt, dies sei wohl mal ein Kindergarten gewesen und er hat bei seinem Renovierungsversuch festgestellt, dass sehr viele Lagen von Tapeten übereinander geschichtet sind. 

An einer anderen Wand reißen wir die Tapete ab und zählen neben weiteren Motivtapeten mindestens 4 Schichten und mehrere Gipsbordüren, die entlang aller Seiten der Wände gezogen worden. Wir reißen weitere Schichten ab und es kommen Wandteppiche zum Vorschein. Ich berühre einen, bin aber auch etwas angwidert, weil ich glaube, dass dort Parasiten wie zum Beispiel Flöhe hausen könnten.

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In dieser Wohnung finde ich im Bad, dass in seiner Badewannen und Waschbeckenausstattung sehr DDR-Anmutig ist, den goldenen Ohrring einer österreichischen Musikerin, den sie mich am Vortag bat zu suchen. Der Ohrring ähnelt in seiner Form der Brustschärpe der Feldjäger der Wehrmacht, war aber statt aus Silber aus Gold und mit einer sehr feinen Zierkette am oberen Ende und zwei Ringen bestückt. Auf der Schärpe war ein stilisiertes Fahrzeug aus den Anfängen der Automobilgeschichte zu sehen, dass vor einem Schloss stand und darüber war zu lesen: "1885-1975 90 Jahre Automobil Kurs Schloss Trauenstein"  - ich freute mich, den Ohrring wiedergefunden zu haben und halte ihn mir vor dem Spiegel ins Ohr. Gleichzeitig frage ich mich, warum die Musikerin solch einen Ohrring besitzt, bzw. was sie mit einem Automobilkurs zu tun.

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Montag, 23. März 2020

Pandemonia 8 - Die Nacht die Kracht

Patrice Lipeb und ich durften letztens mit Fouad Boutahar und den Dylans eine Coverversion von Lovesick des Bob Dylan zum Besten geben. Danke dafür. Es gibt ein Video davon:



Nachdem ich in aller Stille ins Traumland gereist bin erklang aus einem Auto ein etwas pathetisches Alter Ego meiner eigenen Stimme und sang:

Ich will wie ich sein
Wie ein Lichtschein
Aus der Sonne
Überall hinein

Gedanke im Nachgang: Ganz passend zur etwas zerstreuten Situation in der ich mich, wie wir alle, befinde. Gespannt zwischen die Pferde "Egoistischer Rückzug" und Verantwortende Hilfe". Da ist es gar nicht so einfach zu wissen, wer man ist und wer man sein will.

Ich bin von dem Gesang erwacht und lag eine Weile wach ohne ihn zu notieren. Er erfuhr bis eben noch einige Modulation, denn ich denke, was gut ist, hält sich im Gehirn bis zum wirklichen Erwachen. Der Rest kann auch eine Finte des Hirns sein, dass mir nur das Gefühl gibt, etwas erdacht zu haben. Ich habe diese Theorie schon länger, basierend auf der Tatsache, dass Nachts Gedanken fertig verknüpft werden, die Tagsüber nicht zum Ende kamen. Und wenn ich den ganzen Tag über etwas brüte und es nicht gebacken kriegte, kam manchmal im Traum der Anschein der Erkenntnis. Das Gehirn hat sich also selbst Befriedigung geholt und gaukelte mir das schöne Gefühl vor, dass jeder kennt, wenn etwas geschafft ist. Und ich wollte es im Halbschlaf aufschreiben und dann war da nichts.

Mit etwas Glück kommt diese Woche auch ein Reißig und Völker Podcast (Klick für Link zu spotify) live zu euch geströmt. Da gebe ich aber nochmal laut. Bis dahin hier weiter täglich Träume.

Viele Grüße

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