Direkt zum Hauptbereich

Pandemonia 13 - Innerer Rührkuchen

Das hier ist ja die Unglückszahl - wird dazu vielleicht auch nur, weil ich es ausspreche.



Gestern bin ich nach Life-Strömung aufs Dach gestiegen und hab in die Ferne geschaut. Danach folgenden Satz leicht sediert notiert:

Das sind nicht wir, wie wir uns gern sehen würden, sondern wir wie wir sind.

Im Traum dann das Tagesgeschehen weiteregelebt und gerädert erwacht. Erleichterung darüber, dass es vorbei ist. 

TV


Kommentare

  1. Timm,wie kommst du zu dem sediert verfassten Gedanken? Was hat dich da hingebracht? Grosses Interesse

    AntwortenLöschen
  2. Hallo, ich glaube, das entstand aus der Erfahrung der Live-Stream-Situation. Eine Mischung aus Selbst-Darstellung und dem Wirklichen wie ein Mensch aufrichtig ist. Ich könnte auch sagen, ich bin immer zwei. Einmal der, der ich sein will und der, der ich bin. Und manchmal gehen diese beiden Formen zusammen.

    AntwortenLöschen
  3. Ach Timm. Ich versteh was du meinst, aber du musst nicht so hart mit dir
    ins Gericht gehen. Jeder von uns kennt diesen Konflikt. Er ist sozusagen essentiell existentiell. Dualismus kleinster Teilchen. Oder auch größerer. Das vergisst man schnell, wenn man ihm gegenüber steht. Andere nimmt man ja auch nicht so hart ins Gericht. Und wenn ich das richtig verstehe, besteht der Konflikt ja erst in dem Bezug auf die Sicht der Anderen, über dich, oder?
    Ich fand dich wunderbar frisch, und auch authentisch. So wie im real life. Nicht wie als wärst du nicht du gewesen. Halt nur evtl vermehrt ein Teil von dir.
    Jetzt würde mich aber noch interessieren,
    wer bzw willst du denn sein?
    lg






    AntwortenLöschen
  4. Danke für deine Ausführungen Anonym. Ich denke auch, dass es nicht nur mir so geht. Wir alle erfahren mehr über uns selbst in so einer Krise. Eine Antwort auf deine Frage: Ich will ich sein inkl. dem Zweifel und dem Zwist. Es klingt wie ein Glückskekstext, aber so scheint es zu sein und beim Nachdenken darüber wird mir klar, dass es weniger das Verlangen ist jemand anders zu sein, als die Realisierung wer ich selbst bin. Wird wahrscheinlich bis ans Ende des Lebens dauern und dann ist es schon wieder egal. Viele Grüße TV

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

#412 Atemschrei

Seit 10 Jahren kehrte er das Treppenhaus eines Buchlagers. Ein alter Plattenbau mit Stufen aus glattem Beton und definierten Winkeln und Kanten. Nicht wie die ausgetretenen Holzstufen im Nebengebäude der Tierpathologie, in der er vorher angestellt war. Den Dreck dort aus den Rissen und Fugen herauszubekommen, dauerte Stunden. Aber hier auf dem Beton fühlte es sich an wie ein Tanz, wenn er den Besen in sanften Wellen über den Boden schwang. Auf dem Weg dort hin und zurück kam er jeden Tag an einem kleinen Geschäft vorbei. Lange Zeit war es ein Imbiss, betrieben von einer Frau und einem Mann, die Filterkaffee, Cola in Dosen und zwei Sorten Flaschenbier verkauften. Dazu ganz akzeptable Pommes aus einer in die Jahre gekommen kleinen Fritteuse.  Als er sich entschloss, mit den beiden einmal mehr Worte zu wechseln, als "Eine Cola, bitte."   - "1,20" und "Stimmt so." teilte ihm die Frau mit, dass sie in zwei Wochen endgültig schließen - Rente. Beide hatten bis z...

Abag/Zetapak

Was für ein Tod wäre das gewesen: Pseudo-Rebell-Rocker überfahren von einem Sixpack - ich wollte eine Straße mit dem Fahrrad queren, die ich mindestens drei mal in der Woche vor mir habe. Seit einem Unfall ohne Verletzungen, aber mit erheblichem Sachschaden und Schock meinerseits, weil der Besitzer, des zerstörten Fahrzeugs (Unterboden pfutsch oder futsch?) zu mir meinte, "Ich solle nach Russland abhauen oder mir gleich einen Strick nehmen." , schaue ich lieber zweimal nach rechts und links und warte, bis die Autos vorbeigezogen sind, auch wenn sie noch ein gutes Stück von der Position entfernt sind, an der ich am Rand der Straße warte.  So stand ich auch diesmal wartend auf die sehr kurze Grünphase der Ampel an besagter Straße. Diese Phase ist so kurz, dass man es gerade mit dem Fahrrad herüber schafft, bevor das grüne Männchen wieder rot wird. Früher regte ich mich darüber auf, aber inzwischen gehe ich entspannter damit um, denn es ist eine sogenannte Bedarfsampel, dass b...

#410 Bibelfliege

Steve sitzt an seinem Küchentisch. Der Tisch ist aus einem hellen Holz gefertigt, er hatte ihn gebraucht gekauft, einige dunkle Verfärbungen, dort wo schon vor ihm jahrelang Menschen ihre Arme abgelegt hatten. Erst beim Essen und später auch die Köpfe nach langen Trinknächten. Da sind auch Kerben, wo rohes Fleisch und Zwiebeln direkt auf dem Holz geschnitten wurden. Vielleicht sogar, so denkt er sich, hat auf diesem Tisch mal jemand Buchstaben aus einer Zeitung für einen Erpresserbrief mit dem Teppichmesser ausgeschnitten und dabei kleine Kerben hinterlassen.  Er fährt mit seiner Hand über den Tisch. Hinter ihm fällt flaches Sonnenlicht durch das Fenster. Die Blätter der beiden Bäume auf dem Hof verlieren langsam ihr Grün, aber der Wind ist noch nicht stark genug, sie von den Ästen zu reißen. Neben dem Tisch hängt ein Schrank, der zu der ebenfalls gebrauchten Einbauküche gehört, die Steve einer Frau abgekauft hat, die aus ihrer Stadtwohnung aufs Land zog. "Aus gesundheitlichen Gr...