Direkt zum Hauptbereich

Pandemonia 47 - Lautstärkeregler abbrechen

In einem leeren Raum mit ochsenrotem Boden steht eine Alu-Leiter. Ich streiche die Wände mit weißer Farbe. Aus einem schwarzen Radio kommt Musik, die meine Aufmerksamkeit erregt. Ich erkenne die Perkussionsfigur des Haupthemas aus "Terminator 2" unnd freue mich, dass die Radiosender ihr Programm auf das aktuelle Weltgeschehen umstellen.

Beim Niederschreiben fällt mir auf, dass die "Terminator"-Thematik über ein T-Shirt in meine Traumwelt gelangte. Denn als ich durch die Sraßen flanierte, sah ich einen Mann eine Sparkasse betreten, der das Logo von "Skynet" auf seinem schwarzen T-Shirt trug. Dies ist das KI-System aus dem Film, dass letztlich für die Machtübernahme durch die Maschinen und damit das Ende der Menschen beginnen ließ. 

Davor sah ich einen anderen Mann vor einer anderen Sparkasse sitzen, der mit Hilfe eines Teleskopstabs mit Magnetspitze und einem Multitool versuchte eine Münze zu angeln. Sie war in die Spalte zwischen zwei Gehwegplatten gefallen und ich war erstaunt, dass es zwischen diesen scheinbar sehr tief nach unten geht. Denn der Mann musste den Teleskopstab, der ungefähr 60cm lang war, bis zum Ende nach unten führen. Inzwischen hatten sich mehrere andere Männer um den sitzend fischenden versammelt, wie Männer das eben so tun. 

Ich war beeindruckt von seiner Hartnäckigkeit, das aus seinen vernachlässigtem Äußeren nicht unbedingt zu erkennen war. Auf der anderen Seite, hatte er wohl auch nicht viel anderes zu tun und konnte so Zeit totschlagen und den Umstehenden Gesprächsmaterial liefern. Nachdem ich kurz überlegte, dem Mann eine neue 1-Euro-Münze zu geben, damit sein vergebliches Schaben ein Ende hätte, es dann aber wieder verwarf, ging ich meiner Wege.

TV

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

#412 Atemschrei

Seit 10 Jahren kehrte er das Treppenhaus eines Buchlagers. Ein alter Plattenbau mit Stufen aus glattem Beton und definierten Winkeln und Kanten. Nicht wie die ausgetretenen Holzstufen im Nebengebäude der Tierpathologie, in der er vorher angestellt war. Den Dreck dort aus den Rissen und Fugen herauszubekommen, dauerte Stunden. Aber hier auf dem Beton fühlte es sich an wie ein Tanz, wenn er den Besen in sanften Wellen über den Boden schwang. Auf dem Weg dort hin und zurück kam er jeden Tag an einem kleinen Geschäft vorbei. Lange Zeit war es ein Imbiss, betrieben von einer Frau und einem Mann, die Filterkaffee, Cola in Dosen und zwei Sorten Flaschenbier verkauften. Dazu ganz akzeptable Pommes aus einer in die Jahre gekommen kleinen Fritteuse.  Als er sich entschloss, mit den beiden einmal mehr Worte zu wechseln, als "Eine Cola, bitte."   - "1,20" und "Stimmt so." teilte ihm die Frau mit, dass sie in zwei Wochen endgültig schließen - Rente. Beide hatten bis z...

#410 Bibelfliege

Steve sitzt an seinem Küchentisch. Der Tisch ist aus einem hellen Holz gefertigt, er hatte ihn gebraucht gekauft, einige dunkle Verfärbungen, dort wo schon vor ihm jahrelang Menschen ihre Arme abgelegt hatten. Erst beim Essen und später auch die Köpfe nach langen Trinknächten. Da sind auch Kerben, wo rohes Fleisch und Zwiebeln direkt auf dem Holz geschnitten wurden. Vielleicht sogar, so denkt er sich, hat auf diesem Tisch mal jemand Buchstaben aus einer Zeitung für einen Erpresserbrief mit dem Teppichmesser ausgeschnitten und dabei kleine Kerben hinterlassen.  Er fährt mit seiner Hand über den Tisch. Hinter ihm fällt flaches Sonnenlicht durch das Fenster. Die Blätter der beiden Bäume auf dem Hof verlieren langsam ihr Grün, aber der Wind ist noch nicht stark genug, sie von den Ästen zu reißen. Neben dem Tisch hängt ein Schrank, der zu der ebenfalls gebrauchten Einbauküche gehört, die Steve einer Frau abgekauft hat, die aus ihrer Stadtwohnung aufs Land zog. "Aus gesundheitlichen Gr...

#408 Verschwommene Kontore/Verdammnis

Durch das Fenster fällt Licht. Es ist das Licht aller Laternen der Stadt, dass sich an der Wolkendecke reflektiert. Es ist ein schwaches, leicht oranges glimmendes Licht, dass man auch sehen kann, wenn man sich Nachts über eine der Zubringerstraßen dieser Stadt nähert. Es hängt wie eine Glocke über den Häusern. Und in einem dieser Häuser liege ich unter dem Dach auf meinem Bett und starre den Schrank an, der an der Stirnseite meines Zimmer steht. Ich wende den Blick nicht ab und sehe, dass sich eine der Türen ganz langsam öffnet. An der oberen Kante zeichnet sich ein Schatten ab, schwarz, ungefähr so groß wie eine Hand und ohne dass ich Augen oder einen Mund erkennen kann, weiß ich, dass dies der Kopf sein muss, von diesem Etwas, dass mich beobachtet. Denn ja, ich fühle mich beobachtet, betrachtet. Das Wesen verharrt genauso wie ich für eine knappe Minute bevor es sich wieder ganz langsam hinter die Schranktür zurück zieht und diese dann auch schließt. Ich blinzele und stehe auf. Ich w...