Direkt zum Hauptbereich

Pandemonia 81 - Versionen der Zukunft

Heute mal zwei Varianten von Utopie aus meiner Fantasie, wie es in den Vereinigten Staaten von Amerika weiter gehen könnte:

1.
Erinnert ihr euch noch an den Tag an dem das Internet voller schwarzer Quadrate war, die aus Solidarität mit der Black Lives Matter Bewegung und Protest gegen Rassimus und Polizeigewalt von Erdenbürgern gepostet wurden? Ich hatte mir überlegt, dass es grandios wäre, wenn diese schwarzen Flächen eine kosmische Anziehungskraft dunkler Materie gleich entwickeln würden und als ein karmisches schwarzes Loch den amtierenden Präsidenten der USA mitsamt seinen Gefolgsleuten einsaugen würde und auf dem Planeten Giedi Prime, Heimat des Hauses der Harkonnen wieder ausspucken würde. Wer nicht weiß, wo dieser Planet liegt, checke dies hier. Sting ist auch da. Relevant bei Minute 1:35.


                                       

Hier wäre natürlich die Frage zu stellen, wer da alles eingesaugt wird. Ist es wie beim jüngsten Gericht, wo Erzengel Michael die Seelen aufwiegt und danach entschieden wird oder wird die Gesellschaft dies entscheiden. Mir wird deutlich, dass meine Idee mit dem karmischen schwarzen Loch wieder mal nur ein Symbol dafür ist, ein komplexes gesellschaftliches Problem durch eine einfache Lösung aus der Welt zu schaffen. Das geht leider nicht. Aber die Vorstellung sagt mir zu und Fantasie hat keine Grenzen.

2.
Eine etwas realere Version kam mir danach in den Sinn. Bei jedem Fehler, jedem Verbrechen und jeder Idiotie und ihren Folgen, die der US-Amerikanische Präsident begeht, sage ich zu mir selbst und evtl. anwesenden Personen: Jedesmal vergibt er die Chance allen Menschen zu zeigen, dass er vielleicht doch ein gutes mitfühlendes Herz ist. F, der weise Westler entgegnete mir daraufhin, dass das naiv sei und dieser Präsident in Machtstrukturen eingebaut ist, die im so etwas, sofern er es überhaupt probieren würde, nicht erlauben. Aber sei's drum.

Ich lag also im Bett und stellte mir vor, dass der Präsident genauso in seinem Bett oder Floating Tank oder in was auch immer so ein Präsident schläft oder Energie auflädt. Im Unterschied zu mir, trägt er massive Schuld daran, dass es dem Land, dass er regiert, sehr schlecht geht. Rassismus, Arbeitslosigkeit, ein Virusproblem. Jetzt Aufstände. Er liegt also da und plötzlich reift in ihm der Entschluss etwas zu tun. Er beschließt am nächsten Morgen eine Tour durch das Land zu machen. Er beschließt die Proteste zu besuchen, die sich gegen ihn und sein rassistisches Regime stellen. Er beschließt auf die Leute zuzugehen. Er stellt sich diesen Leuten nur minimal eskortiert von 2 Bodyguards.

Er stellt sich dorthin und sagt: "Hier bin ich, bereit euch zuzuhören. Was wollen wir anders machen?" Im besten Fall wird er in diesem Moment nicht sofort von irgendjemandem erschossen oder niedergetrampelt (hier steckt ja sein Name irgendwie drin, fällt mir gerade auf.). Die Leute sind verblüfft, sichern die Waffen wieder, die sie bereits auf ihn gerichtet haben, da sie in der Lage sind zu reflektieren, dass sie, wenn sie ihn jetzt erschießen oder Mussolini gleich an einem Eselskarren durch die Stadt schleifen würden, nicht besser wären als er und seine Schergen.

Also gehen sie auf ihn zu und werfen ihm vor, was unter seiner Verantwortung mit den USA passiert ist. Der Präsident hat Assistenten dabei, die diese Vorwürfe, die sich irgendwann zu Vorschlägen wandeln notieren. Natürlich wird es zwischendurch vielleicht auch einige echte Schläge geben, sodass der Präsident spätestens nach der zweiten Station seiner 70 Städte umfassenden Tour einige Hämatome im Gesicht hat, aber er stellt sich diesen. Er bringt Reformen des Polizeiwesens auf den Weg und tritt am 30. August 2020 zurück.

TV

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

#412 Atemschrei

Seit 10 Jahren kehrte er das Treppenhaus eines Buchlagers. Ein alter Plattenbau mit Stufen aus glattem Beton und definierten Winkeln und Kanten. Nicht wie die ausgetretenen Holzstufen im Nebengebäude der Tierpathologie, in der er vorher angestellt war. Den Dreck dort aus den Rissen und Fugen herauszubekommen, dauerte Stunden. Aber hier auf dem Beton fühlte es sich an wie ein Tanz, wenn er den Besen in sanften Wellen über den Boden schwang. Auf dem Weg dort hin und zurück kam er jeden Tag an einem kleinen Geschäft vorbei. Lange Zeit war es ein Imbiss, betrieben von einer Frau und einem Mann, die Filterkaffee, Cola in Dosen und zwei Sorten Flaschenbier verkauften. Dazu ganz akzeptable Pommes aus einer in die Jahre gekommen kleinen Fritteuse.  Als er sich entschloss, mit den beiden einmal mehr Worte zu wechseln, als "Eine Cola, bitte."   - "1,20" und "Stimmt so." teilte ihm die Frau mit, dass sie in zwei Wochen endgültig schließen - Rente. Beide hatten bis z...

Abag/Zetapak

Was für ein Tod wäre das gewesen: Pseudo-Rebell-Rocker überfahren von einem Sixpack - ich wollte eine Straße mit dem Fahrrad queren, die ich mindestens drei mal in der Woche vor mir habe. Seit einem Unfall ohne Verletzungen, aber mit erheblichem Sachschaden und Schock meinerseits, weil der Besitzer, des zerstörten Fahrzeugs (Unterboden pfutsch oder futsch?) zu mir meinte, "Ich solle nach Russland abhauen oder mir gleich einen Strick nehmen." , schaue ich lieber zweimal nach rechts und links und warte, bis die Autos vorbeigezogen sind, auch wenn sie noch ein gutes Stück von der Position entfernt sind, an der ich am Rand der Straße warte.  So stand ich auch diesmal wartend auf die sehr kurze Grünphase der Ampel an besagter Straße. Diese Phase ist so kurz, dass man es gerade mit dem Fahrrad herüber schafft, bevor das grüne Männchen wieder rot wird. Früher regte ich mich darüber auf, aber inzwischen gehe ich entspannter damit um, denn es ist eine sogenannte Bedarfsampel, dass b...

#410 Bibelfliege

Steve sitzt an seinem Küchentisch. Der Tisch ist aus einem hellen Holz gefertigt, er hatte ihn gebraucht gekauft, einige dunkle Verfärbungen, dort wo schon vor ihm jahrelang Menschen ihre Arme abgelegt hatten. Erst beim Essen und später auch die Köpfe nach langen Trinknächten. Da sind auch Kerben, wo rohes Fleisch und Zwiebeln direkt auf dem Holz geschnitten wurden. Vielleicht sogar, so denkt er sich, hat auf diesem Tisch mal jemand Buchstaben aus einer Zeitung für einen Erpresserbrief mit dem Teppichmesser ausgeschnitten und dabei kleine Kerben hinterlassen.  Er fährt mit seiner Hand über den Tisch. Hinter ihm fällt flaches Sonnenlicht durch das Fenster. Die Blätter der beiden Bäume auf dem Hof verlieren langsam ihr Grün, aber der Wind ist noch nicht stark genug, sie von den Ästen zu reißen. Neben dem Tisch hängt ein Schrank, der zu der ebenfalls gebrauchten Einbauküche gehört, die Steve einer Frau abgekauft hat, die aus ihrer Stadtwohnung aufs Land zog. "Aus gesundheitlichen Gr...