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Posts

Pralle Paralle

Wenn ich übernächtigt bin, tendiert mein Hirn dazu Vergleiche zu ziehen und findet, um sich Befriedigung zu verschaffen genau diese Gleichheiten in verschiedensten Dingen. Mein Gehirn scheint Lust auf Entropie zu haben und versucht aus dem gesehenen ein großes ganzes zu bilden. Ein weiteres Beispiel dafür sind die in meinem Schlaf häufig auftretenden Weltformel-Gedanken oder Bilder. Ich liege dann halbwach da und erkenne aus Form und Anordnung der Flecken an meiner Zimmerdecke oder den Linien an denen die Wände aufeinander treffen den Sinn der Welt.  Einmal glaubte ich auch zu wissen, das Schmerz nur eine kaputte Zugbrücke über einen schlammigen Fluss ist und ich deshalb Schmerz spüre, weil eben jene Brücke die Verbindung zwischen mir und der Gefühlswelt nicht herstellen kann. Das erscheint dann im Moment der Erkenntnis völlig schlüssig, wenn ich dann aber wirklich erwache, fehlen mir elementare Bausteine der Theorie, so dass ich verärgert oder mindestens verwirrt und ohne Erk...

Müllsortierender Vogelgott

Ich bin erstaunt, wie empfindlich ich reagiere, wenn ich beim Müll sortieren und einstampfen einen kleinen Vogel im Schnee entdecke. Er saß da, sie saß da, denn ich erkannte das Tier als eine junge Taube. Ziemlich aufgeplustert mit nervösen Kopfbewegungen hin und her schauend und mit ein paar ganz feinen kleinen gelben Federn über dem ansonsten dichten grauen Kleid. Ob das Tier wohl auf seine Mutter wartete oder verstoßen wurde? Ich blieb stehen und betrachtete im Wechsel das Tier und die Regungen in meinem Inneren. Der Anblick bohrte sich in mein Emotionszentrum und rief ein Mitleid hervor.  Aber ich tat nichts. Ich habe bisher nur einmal einen Vogel gerettet und seit dem glaube ich, dass es besser ist, mich nicht in den Lauf der Natur einzumischen und Gott zu spielen und zum Beispiel diese Taube zu "retten". Was hätte das in diesem Fall bedeutet? Hätte ich sie in einen Karton packen und füttern sollen? Hätte sie das mit sich machen lassen? Erst kürzlich las ich in ...

Das Spiel mit dem Krokodil

Es hat sich eingeschlichen, dass ich gegen 5 oder 6Uhr morgens erwache, mich nicht erhebe, so denn ich mich gebettet habe, sondern herumliege und Gedanken mich beschleichen. Solche, die sich im Dunkel der Nacht und Dämmerung bedrohlich gebaren und meinen Brustkorb verengen. So liege ich dann wach, bis es hell wird. Mit der Helligkeit verlieren die Gedanken ihre Drohkraft und ich falle zurück in einen Schlaf, der geprägt ist von vielen kleinen Träumen.  Da habe ich von Hamburger Straßen geträumt oder von einem Beat, der ein Detail besaß, dass für sich genommen störend war, im Gesamtkontext des Groove diesen zum Schwingen brachte. Und Schwung, das mag man bei Musik. Element dieses Traums war es dann aber, dass eine Stimme mir die philosophische Unterbodenbeleuchtung solcher Elemente verdeutlichte. Die Stimme sagte: mit solchen "störenden" Elementen, ist es wie mit dem König und dem Volk. Er muss streng oder auch mit Gewalt regieren, das Volk in seinem Frieden stören, damit...

Brot und Käse/brat said cheese

Ich laber nur rum - gebe vermeintliche Weisheiten von mir und binde meine eigenen Erkenntnisse in jedes Gespräch ein, ob es dem Gegenüber passt oder nicht. Houellebecq sagt: jeder hört sich gern selber reden. Kann ich bestätigen. Damit bestätigt man sich selber, versichert sich der Richtigkeit der eigenen Aussagen oder eben Erkenntnisse so lang das Gegenüber nickt oder nichts sagt. Es läuft auf das selbe hinaus, aber nicht das gleiche. Der Unterschied ist in dem Falle egal. Vieles wird egal, während ich versuche etwas von Bedeutung zu sagen oder zu machen. Und es wird egaler, um so länger ich es versuche, weil ich viele Worte und viele Dinge anhäufe und nach Bedeutungsschwere abgetastet oder mit der Zunge umfahren habe. Das geht dann so lange, bis nichts mehr da ist oder aber das eine Ding von Bedeutung gefunden wurde. Wer lange sucht, hat nicht unbedingt Geduld, wohl aber einen hohen Drang zufrieden zu sein. Wer lange sucht, weiß manchmal nicht wonach. Es ist vielleicht auch nicht da...

Schwarzes Tuch wird schwarze Tür

Wir hätten alle tot sein können am Sonntag Abend 22.30Uhr. Denn zu diesem Zeitpunkt flog ein recht großer Asteroid in keinem sehr großen Abstand an der Erde vorbei.  Die Astronomen sagten: er fliegt vorbei.  Ich: glaubte es nicht und erging mich in der Fantasie, dass es jetzt Sinn ergäbe, dass erst Michael Jackson, dann Bowie und Prince "gestorben" seien.  In Wahrheit hätten sie die Erde nur Rechtzeitig verlassen. Michael Jackson natürlich so früh, damit er bevor die anderen kämen schon ein musikalisches Imperium oder sagen wir eine Welt aufgebaut hätte, derer sich die anderen dann hätten fügen müssen. Mark E. Smith hat dann als letzter den Absprung gemacht. Von dem kenne ich übrigens gerade mal einen Song. Ist an mir vorbeigegangen. Aber das muss nichts heißen, denn an mir geht so einiges vorbei.  Des weiteren ergab der Einschlag des Kometen für mich Sinn, da ich in der Woche vor seinem Einschlag einige gute Ergebnisse im Erwerb lang ersehnter Dinge...

Das Ende der Argumente/That's Ententraining

Das Gefühl ein Tourist zu sein kam auf, als ich vor einigen Tagen gemeinsam mit zwei Nahestehenden durch Etablissements in Leipzig Connewitz zog. Ich wohnte dort vor einigen Jahren halte mich aber in der Zwischenzeit vermehrt in anderen Gefilden auf und bemerkte, wie wenig sich die Einwohner der Stadtteile durchmischen oder aber: wie abgeschottet und desinteressiert ich lebe.  Das Tourifeeling kam auf, weil ich mich überall so neu und als Gast fühlte, schaute mich interessiert um und gerierte mich anders als dort, wo ich sonst gastiere. Ich konnte aus der Unsicherheit ein bisschen Schauspielern, ein oder zwei kleine Rollen darstellen und auf die "falsche" Toilette gehen. Das finde ich immer sehr irritierend, wenn an den Toiletten zwar Schilder für "weiblich" und "männlich" dran sind, diese aber nicht eindeutig zu identifizieren sind. Dann können sie die doch gleich weg lassen oder ist das das Amüsement der Betreiber oder soll das Kommunikationsfördern...

Pinkeln und Lachen

Die Zeit vergeht. Was soll sie auch sonst tun und ich schreibe Sätze von geringem Belang. Politische Krokodile erheben ihre Köpfe gelassen aus dem Wasser und im Fernsehen sieht man türkische Panzer deutscher Fabrikation. Genauer gesagt: Leopard 2 Kampfpanzer. Noch genauer: Leopard 2A4. Und dahinter Unimogs. Also deutsche LKWs. Nennt man das Doppelmoral oder liegt hierin der Grund, dass deutsche und türkische Politiker sich wieder nähern wollen? Weil man ein gutes Geschäft abgeschlossen hat? Wohl kaum, die Panzer rollen ja schon länger dort. Es sind gute Panzer, manche sagen, die besten Panzer der Welt. Unsere Leo's. Was für ein Witz. Aber es geht natürlich auch noch besser: der einen Konfliktseite verkauft man Panzerhaubitzen (PzH 2000) und der anderen Fregatten. Dann beschießen sich beide Fronten gegenseitig. Und im besten Fall geht alles kaputt und Deutschland kann neue Waffen verkaufen. Aber! Die Waffenindustrie ist ja nicht gleichzusetzen mit der Politik oder gar dem Land oder...