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Zwanzigster Zwei Zwanzig

Donnerstag, 20.02.2020 Ich habe heute mal nicht morgens die Zeitungen gelesen. Und so bekam ich durch Mitteilung eines Mitmenschen mit, dass am Abend davorr ein Mensch 10 andere Menschen und dann sich selbst tötete. Er tat dies aus rechtsgerichteter verschwörungstheoriegefütterter Motivation. Das ist ein Vebrechen und es ist furchtbar für die Opfer, ihre Hinterbliebenen und alle Menschen. Es wird gesagt, das Internet sei schuld. Weil es solchen Menschen Raum gibt, ihre Meinung frei zu entfalten, zu nähren. Ich frage mich, was muss passieren, damit ich meinen Alltag ändere? Ist es nicht schon soweit? Oder muss ich jetzt gerade das weiter machen, was ich tue? In meinem Fall Musik. T sagte am Telefon sinngemäß: Das wär's ja, dann hätten sie erreicht was sie wollten. Sie, damit sind alle rechten Horden gemeint, die ihre Ordnung durchdrücken wollen. Ihr wisst wer gemeint ist. Ich habe keine Lust, ihre Namen, Abkürzungen und soweiter niederzuschr...

Klein An Ziegen / Zwischen Wissen und Unwissen

Gestern fragte mich jemand, warum ich Texte schreibe. Um a) mich mit Dingen auseinanderzusetzen oder b) um Menschen zu unterhalten. Daraus ergaben sich für mich zwei Dinge. Erstens, die Antwort auf diese Frage und zweitens eine Frage ans Publikum, die sich daraus ergibt: Sollen wir mal eine Ausgabe machen, in der ich Frage der Leser beantworte? Eine Ask Me Anything Ausgabe? Ich würde so ca. 2 bis 3 Wochen Fragen sammeln und sie dann in einem Blogeintrag beantworten. Und da würde ich dann auch die Eingangsfrage beantworten. Okay? Heute soll es in kurzer Manier um meinen Denkfehler im Mischkonsum gehen. Seit letztem Jahr habe ich die eBay-Kleinanzeigen Applikation auf meinem Smartphone. Schon davor war ich großer Freund, dieser Plattform, denn ich kann viele Dinge entdecken und günstig erwerben, die ich mir neu nicht leisten kann oder will. Ganz nebenbei ist die Lust am Entdecken irgendwelcher Schnäppchen oder Obskuritäten (zb. eine äthiopische Münze mit den abbessinischen Löw...

Saugkraftregulierung/Ährenmahn

Letztens habe ich einen Staubsauger benutzt. Zur Reinigung eines Fußbodens. Laminat und Teppich. Als ich fertig war, betätigte ich den Knopf an dem Staubsauger auf dem das Symbol einer Steckdose zu sehen ist. Und wie von Geisterkraft gezogen, kroch das Stromkabel zurück ins Innere des Saugers. Nur beim letzten Stück musste ich es nochmal kurz heraus ziehen, damit es nach erneuter Betätigung des Knopfes vollständig verschwand.  Dieses Phänomen faszinierte mich schon, als ich ein Kind war und meine Eltern ihren ersten Staubsauger kauften, der nicht mehr aus einem Teil bestand, dass einem Besen gleich vor sich hergeschoben wird, sondern aus einem Wagen mit Rüssell bestand. Später sollte ich auch die Bekanntschaft mit Henri , bei dem dieses Rüsselspiel zur Gänze perfektioniert wurde.  An dieser Stelle die kurze Frage: Hat jemand aus der Leserschaft schon mal einen Elefanten gesehen, der mit seinem Rüssel saubermacht? Überhaupt: ist es für den Elefanten nicht generell ...

Die sechzig Kilo Lusche / Strategisches Denken

Hi there! Erinnert ihr euch, wie ich vor 2 Wochen darüber schrieb, dass ein Mensch sich vor meiner Tür bettete und ich von Krankheit umnachtet zum Anwalt musste und mich entschied ihm, aufgrund fehlender Motivation und Angst vor körperlichen Schäden dort bis zu meiner Rückkehr erlaubte zu residieren? In diesem Zusammenhang erwähnte ich auch mein Sträuben, die Bullen aka Cops aka Polizei zu rufen, um ihn entfernen zu lassen. Ich rief einen Krankenwagen als eine Art von Kompromiss. Der Mensch wurde mitgenommen. Ich bin inzwischen genesen gewesen. Seit 3 Tagen spüre ich die Atemwegserkrankung allerdings wieder zurück kehren. Und der Mensch, so wurde mir gesagt, sei inzwischen an einer Lungenembolie gestorben. Ich kannte ihn nicht. Im Gegensatz zu jenem Querulaten, den es einige Wochen vorher dahinraffte.  Menschen sterben. Menschen werden geboren (Fette Grüße an Enno!). Man sagt das sei der Lauf der Dinge. Um den Lauf der Dinge besser zu begreifen, lohnt es sich Spiele zu spie...

Tonne brennt/Langfinger an der Tür

Was einen selbst ausmacht, erkennt man am besten an Orten, an denen man vorher noch nicht gewesen ist. So fragte mich ein Menschen der aus der Toilette hinter mir her lief, wo ich den hinwolle und was ich da eben an der Tür gefummelt habe. Man hätte mich ab jetzt im Auge. Ich sagte: "Das fängt ja gut an."  Ein anderer fragte mich, warum ich so missmutug drein schaue. Daraufhin konnte ich sagen, dass liegt nur an meinen Augenbrauen und meinem langen Gesicht. Ich bedankte mich für die Frage, da sie mir die Möglichkeit einräumte, mich und meine Physiognomie zu erklären.  Und ich fragte mich, wie oft Menschen schon von mir dachten, dass ich wohl ein grimmiger, trauriger Mensch sei. Und ob ich es womoglich bin, weil ich so aussehe. Also das nicht nur das Innere das Äußere prägt, sondern auch umgekehrt. Ich bin ein grimmiger und trauriger Mensch. Ich rutsch da auch gerade wieder etwas unkontrolliert rein. Und das sehen die Leute dann. Da lohnt es sich nicht drüber zu...

Jesus als seine Mutter/Redend Alleinsein

An vielen Morgen erwache ich aus Träumen. Vereinzelt lachend, gehäuft verwirrt. Meistens aber respektiere ich den Inhalt des Traums als Teil meiner Wirklichkeit und beginne mich zu fragen, was, um ein Beispiel zu nennen, meine Teilhabe an einer Schulaufführung von "Jesus Christ Superstar" mit Bruce Springsteen als Regisseur bedeuten soll. Der zeigte uns, den Schülern, wie wir das Leiden von Jesus am Kreuz darstellen können, in dem wir uns eigener Gefühle bedienen.  Kommt die Kreuzigung in dem Musical überhaupt vor? Ich habe das nie gesehen. Überhaupt sind religiöse Motive in meiner Welt ein Element des Unterbewussten. Denn weder bin ich religiös erzogen worden, noch hatte ich göttliche Erscheinungen. Und hier im Osten ist die Kirche sowieso nicht so präsent. Jedenfalls hat Bruce Springsteen uns gezeigt, wie wir leiden sollen. Sollte ich den Jesus spielen? Ich weiß es nicht mehr genau, der Traum ist schon etwas älter.  Ganz aktuell erwachte ich aus einer Szene, ...

Den Auswurf nicht vor dem Abend loben/Ein Ring aus Freaks

Sie fing letzten Montag an schlechte Laune zufälligen Passanten Querschlägern gleich um die Ohren zu schießen. Jetzt verabschiedet sie sich mit dem befreienden Krachen, dass einem sich lösenden Husten eigen ist. Dazwischen flog sie Angriffe mit Napalmbomben in meinem Rachen bei jedem meiner Versuche etwas von ihr aus mir heraus zu kriegen. In den letzten Tagen habe ich gelernt mich ihr hinzugeben, allein zu sein mit ihr und nur, wenn ich etwas gefragt wurde zu sprechen. Ich lag wieder viel im Bett, was ich das früher öfter tat. Sie ließ mich die Welt mit anderen (geröteten) Augen sehen. Ich hatte Zeit, das Buch "Entsichert" zu lesen, dass mir ein sehr freundlicher und gesprächiger Militärhistoriker empfahl. Es verhandelt die These, dass unser neoliberaler Alltag durchsetzt ist von Kriegs- bzw. Militärrethorik und wir uns spätestens seit dem 11. September 2001 in einem kriegsähnlichen Zustand befinden, der unser Konsumverhalten und unser Bild eins starken Staate...