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Posts

Viel Leichtes ist gar nicht so schlimm.

Heute Mal etwas vorbereiteter, breiter, wie Bertis Manta in Manta Manta. Und nicht, wie immer in der Zeit erdacht, in der die Worte reingehackt werden ins digitale Blatt. Ob sich’s auswirkt? Nun denn:  Am Freitag stellte ich meine Coverversion von „Wicked Game“ auf Bandcamp, die ich in der Radioshow von Johnny und Stevie gemeinsam mit zweiterem performt habe. Ich übersetzte den Titel mit „Krankes Spiel“ ins Deutsche und fühlte mich leicht leicht leicht und heimsch im Komfort-Sessel beim Singen über das Opfer einer Liebschaft.  Ist das eine gerechtgertigte Leichtigkeit oder faules Abhängen in der Hängematte des Dramas? Es heißt dort, nein, ich habe es heissen LASSEN: „Ich WILL nicht in Liebe fallen“ - nach neuesten Überlegungen ärgere ich mich inzwischen da rüber, davon zu singen, etwas NICHT zu wollen. Es hätte heißen können: ich KANN nicht. Und dann vielleicht ein paar Gründe. Allen voran die schon seit vielen Jahren an mich rangetragene Asozialität meine...

Blame it on Bremen

Es war am gestrigen Sonntag, ich saß in einem Südlandflair-Restaurant in Bremen und nahm mich selbst ins Verhör, als da plötzlich "Blame it on the Boogie" von den Jackson 5 lief. In unterhalb von moderat Lautstärke flogen diese blue-moon-Satzgesänge an mein Ohr. Die mich wie immer, denn ich heiße ja, Früher War Alles Besser - Ihr Seid Das Volk Aber Ich Bin Völker-Timm Völker, an frühere Momente meines Lebens erinnerten. Wie sollte es mich auch an die Zukunft erinnern, hä?  Im Hühnermanhattan in Halle/Saale wackelte ich schon dazu rum. Da war das noch in dem Eckhaus am Steintor, wo einst irgendwer nen Stein in das Schaufenster von dem Bestattungsladen nebenan warf. Um Särge zu klauen oder Urnen oder Grabgestecke oder Tischdecken?  Und ich warf da mal einen Pump, der eine Minute vorher noch Queen Cs Fuß schmückte, sehr hoch in die Luft, landete dann präzis auf dem Kopf eines angetrunkenen Punks, der mir sogleich auf's Maul geben wollte. In der Zeit wurde ich auch d...

Nightmeer, Neidmeer, Nacht und Freundschaft

Ich kam gerade von einem Streifzug durch hohes Schilf, dass sich im Wind wiegte und sah das Auto, in dem Franny B und Thereaserhead zum Meer fahren wollten. Obwohl ich mich doch gerade wieder ins Bad der Trübseeligkeit schmeissen wollte, stieg ich ein und stand einige Minuten später im Sand vor einem dunklen Wasser, von Wellen überzogen.  Dann gab es den kurzen Moment, der mich jetzt an den Wellensittich in Bukoswkis "Post Office" erinnerte. Jener B. öffnete den Käfig und der Vogel wusste nicht so recht, was er mit der ihm gebotenen Freiheit anfangen sollte. Im kleinen Vogelhirn drehten sich die Zahnradknochen und nach einer Weile brach sich dann die Natur Bahn und der Sittich schoss senkrecht in den Himmel.  Ich wiederum entledigte mich nach kurzem Rattern meiner Kleidung und lief und fiel und schmiss mich waagerecht in das Wasser. Tauchte unter Wellen und schaute schwimmend in den Himmel. Das letzte mal hat Wasser meinen Körper vor 3 Jahren oder mehr berührt. Ein l...

2054 oder mein Jahr im Bauch des Wels

Ich möchte euch von einem Fisch und meiner Zukunft berichten. Dem ganzen haftet etwas absurdes an. So denn also, lasst eure Augen schweifen über meine Worte: Ich lag gerade in süßem Schlummer in meinem Eisschokoladen Pool im Garten meines Anwesens, als einer meiner Diener einen Brief auf einem Silbertablett an mich heran trug. Widerwillig hob ich meinen Lider und las den Absender. Die deutsche Rentenversicherung. Mit kalten Fingern nestelte ich am Umschlag, holte das Recyclingpapier heraus und las, dass mir ab dem 1. Mai 2054 eine Rente zu steht. Diese Rente wird mir monatlich ausgezahlt werden.  Die Höhe des Betrags ist: 32,15 Euro. Nicht Lire! Euro. Zwei Zeilen darunter konnte ich lesen, dass mir der Betrag von 356,00 Euro monatlich zustehen würde, wenn ich heute, erwerbsunfähig werde. Wenn ich also im Pool einschlafe und mehrere Minuten im Eisschokoladenkoma liege. Oder wenn mir eine meiner 17 Hauskatzen die Finger abbeist.  Mir schien die Überlegung kurzzeit...

Homogenes Abflussregime

Tatsächlich ist das Shirt mit der Mauer von dem ich vor einiger Zeit schrieb wieder aufgetaucht. Kurze Freude. Dann weiter durchs Tal. Egal. Bei meiner Eintragung, die ich letzte Woche hier vornahm ist mir aufgefallen, dass mich meine Auslassungen tief herunter ziehen.  Nach Fertigstellung des Posts lag ich den ganzen Tag stumm im Bett.  Das finde ich nicht so gut. Deshalb habe ich mir heute vorgenommen, etwas besseres zu schreiben, das Shirt übergestreift und losgetippt. Denn:  Ich schrieb doch einmal auf und erzähle es auch jedem, der es hören will: Du kannst alles schreiben.  Das was dir widerfahren ist Oder alles was du willst, dass dir widerfahren soll. Äquivalent dazu, kannst du dein Glas heben und eine Träne vergiessend auf deine verflossenen Freunde trinken. Oder: Kannst du dein Glas heben und aus Fremden neue Freunde machen. Richtig schlaue Menschen kriegen es sogar hin, beides zu vereinen. Leben ist das, wa...

Schaukampf und Menschenkot

Gestern war ich im Radio. Radio Corax in Halle. Ein toller Sender. Dessen Treiben ich schon länger begleite und in dessen Studios ich mit 16 auf Einladung einer Klassenkameradin saß und behauptete mein Name sei Martha Pfahl. Dann wurden '"Songs"' von mir abgespielt an die ich mich heute kaum erinnern kann.  Ich vernichte regelmäßig zurückliegende Aufnahmen und Notizen und Erinnerungen.  Nur nach vorn sehen - Nie zurück. Und dadurch die Vergangenheit als Nachtmahr auf der Kopfbrust (Fronttallappenbereich, da wo die Persönlichkeit haust) sitzen haben, anstatt sie, wie einen ehemaligen russiche Tanzbären mit Kette am Nasenring in einen viel zu kleinen dunklen Zwinger am Rande eines Baggersees zu sperren.  Was dazu führt, dass nach spätestens 15 Jahren und 10000 gemeinen Kindern und Halbstarken der Jäger kommt und dem wunderbaren Leben der Vergangenheitstanzbärs mit einem zitternden Schuss aus einem Gewehr, mit dem er schon an der Ostfront seinen Dienst tat,...

Geboren im Zeichen des Feuerhasen / Materielles

Ich überstieg die große Mauer der Angst. So weich legte sich der Baumwollstoff auf meine harte Brust. Doch an einem der letzten vergangenen Morgen legte ich einen Bastkorb Wäsche in einen Koffer und die überstiegene Mauer verschwand. Spurlos. Wo ist das baumwollene Kleidungsstück hin? Mir wurde ganz bange. Habe ich es mir umnachtet vom Leib gerissen, zerrissen und weggeschmissen? Oder habe ich es in einem Akt der Grosszügigkeit verschenkt, weil ich glaubte, die Mauer überstiegen zu haben? Was war nur in mich gefahren? Ich bin doch noch längst nicht soweit. Es ist kein gutes Gefühl, wenn Dinge verschwinden, zumal Dinge, die mit Bedeutung aufgeladen sind. Zuweilen geschieht es mir recht häufig, dass ich ein inniges Verhältnis zu Gegenständen entwickle. Weil sie mich begleiten durch viele Zeiten und aufgeladen sind mit Ereignissen. Zum Beispiel meine Sonnenbrille. Ich habe sie zerkratzt erworben und trage sie fast täglich. Sie gibt mir Feuerschutz und Hochverrat. Zum Beispiel gegen G...