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Sensibelchen, stiller Begleiter/Inneres Ozonloch

Das große Blabla ist ein Nirvana-Song in einem Valium-Milchshake...sprach er und verschickte die Nachricht hinaus in die Welt. Der Regen hatte gerade aufgehört, als er nach einem Bier die Kneipe verließ. Wo die Automaten surren und die Musik einem Nahe geht, auch wenn das gar nicht das ist, was man will. Aber die Sensibilisierung ist der stille Begleiter solcher Unternehmungen. Als ob das Bier und der Schnaps die Haut auswaschen, bis sie durchscheinend ist und den Blick auf ein pochendes Herz und eine Seele frei gibt. Und wie die Ozonschicht den Erdball vor einem Gros der Strahlung aus dem Weltraum schützt, so schützt die Haut die beiden erwähnten Organe vor den Strahlen der Welt. Ist sie aber alkanolisch ausgewaschen, plätschert alles auf sie ein und ein Gefühl der emotionalen Überforderung bricht sich Bahn. Er wird rührseelig, trägt einen verklärten Blick auf und spürt in sich das Verlangen gut zu den Menschen zu sein. Ihnen gutes zu tun. Er unterscheidet dann nicht mehr zwischen Gu...

Christian Lindner mosht bei den Cro-Mags.

Ich kann nicht recht sagen warum und dies ist kein Pro-FDP Geschmachte, aber Christian Lindner, seines Zeichens FDP Vorzeige Dude mit eingebautem Lautstärke-Steigerungs-Pedal, wenn er öffentliche spricht (Am Anfang leise aber recht schnell aufgeschaukelt zu einem anklagenden Schreieston) wirkt auf mich sympathisch und meinem Mund entfuhr mindestens geistig die Aussage, er sei für mich der bestaussehenste Politiker des Landes. Warum? Naja, er hat etwas jungenhaftes, verletzliches an sich, sein Blick etwas treu aber gleichzeitig und das finde ich die interessante Kombination, sieht er sehr müde und beschäftigt aus. Und man beginnt sich zu fragen, was hat Chris nur so müde gemacht? Der ehrgeizige Wahlkampf? Das Ziehen am FDP-Karren, der tief im liberalen Matsch steckt? Oder einfach nur sein hartes Kämpfen für die Wirtschaft. Damit kokettiert er ja. Absurderweise mit so einer Blitzlicht-Schwarzweiss-Fotografie-Kampagne mit scharfen Schatten, wie ich sie sonst aus gänzlich FDP-fernen Kreis...

Dinge Die Sich Ändern Wenn / I hope I get old, before I die

Ich habe mir überlegt, etwas zu tun. Eine Liste zu machen. Eine Liste von Dingen, die sich verändern. Veränderungen, die ich an mir selbst bemerkt habe. Dinge die sich änderten, als ich das dritte Lebensjahrzehnt betrat. Oder ist es das vierte? Dinge, die sich ändern mit 30.  Und hier kommt sie: Ich fange an, Veränderungen zu spüren und das Verlangen diese aufzulisten. Ich fange an, das Wort "man" zu benutzen, dass ich seit einer Ethikstunde in der 8. Klasse aus meinem Wortschatz verbannt habe, weil ich es für eine Ausflucht hielt, nicht die Verantwortung für eigenes Handeln und eigene Aussagen übernehmen zu müssen. Ich fange an, intensiver zu schwitzen, in Situationen, in denen ich früher nicht schwitzte. Und damit ist wirklich fließender Schweiß gemeint. Sowas kannte ich bisher nicht. Ich bemerke, dass ich mich männlicher fühle. Muskeln spüre. Ich beginne mir klar zu machen, dass ich etwas für meine Fitness tun muss. Ich mache mir Sorgen, um meine Gesund...

Appe Titan Reger/The Chosen Sommersongs

Es verwundert mich und es macht mich traurig: lasse ich den Blick schweifen, wenn er sich von gekühlten Kellerwänden oder überhitzten Dachgeschosses ablöst mit einem nassen Saug-Geräusch, nehme ich meine Umwelt war. War? Oder heißt es wahr? Ich glaube zweiteres, weil es um das Wahrnehmen, also für wirklich nehmen. Und nicht wie es einst war. Das passt auch ganz gut, da ich dazu neige, die Wahrheit nicht zu sehen. Ich belüge mich nicht, aber halte mich doch von ihr fern.  Hebe ich dann also den Blick in den beiden Städten in denen ich mich zuvorderst zur Zeit aufhalte, sehe ich nach Glück suchende Gesichter. Das Glück flüchtig ist, ließ ich ja schon öfter vom Stapler fallen, vom Gabelstapler fallen. Dennoch sind alle auf der Suche danach und ich beobachte, Frau und Mann findet es im Konsum jeglicher Art. Sei es von Schokolade, à la carte Speisen, Drogen, Sex oder Musik, Kleidung oder ganz einfach dem Kontakt zu anderen Menschen. Alles Varianten von Metadon statt Glück. Substitu...

667 Days of Matthias Sammer

Ein Teil von dir Den dein Spiegelbild nicht sieht Deine Augen Die Projektoren für den Film deiner Wirklichkeit Einmal ist alles egal Und nichts berührt dich Ein anderes Mal kommen dir die Tränen Wenn du nur den Rost am Lenker eines Fahrrads siehst Unterträglich Du möchtest sterben Weil es so schwer erscheint Am Leben zu sein Ein Einkaufswagen voller Bounty-Eis Am Meer im Sommer durch den Sand schieben Der Ausblick ist schön - doch schmilzt Zu einer klebrigen braunweißen Soße Die ihren leckeren kokos-süßen Sinn schneller verloren hat Als man sie schlingen und schlucken kann Du begibst dich ins Internet Und betrachtest zur Überwindung deiner Gleichgültigkeit Bilder von Opfern des Giftgasangriffs, Der sich an Morgen deines 30. Geburtstages ereignet hat Eine Mischung aus Wut, Ungerechtigkeit und Trauer Erfasst dich bei diesem Anblick Aufgereihte tote Kinder Ihre Kleider sind nach oben geschoben So dass quadratische weiße Pflaster auf i...

Angreifen/Begreifen/Angriefen/GehTrauern

Aber ich könnte doch behaupten, ich habe gerade eine ganz gute Zeit, die ich damit verbringe, Zweifel zu verdrängen, das einfache Glück zu spüren und nicht frierend sondern angenehm dünstend in den deutschen Tag zu leben und auch mit meiner Musik gut voran zu kommen. Im großen und ganzen also OKAYes Leichtes Leben. Doch einst war dies schon ein Lied meiner selbst, in dem es hieß: Das leichte Leben, ich bin wohl dagegen. Ich bin die ungewaschene Hand/Die ihr schüttelt/Der ihr dankt. Und wie es eben so kommen muss, denke ich aus diesem Grund daran, dass ich mich im Moment arrangiere mit meinem Leben, ab und zu mal besinnungslos vor meiner Tür aufwache und nicht weiß, wie ich da hin gekommen bin, aber ansonsten die Existenz, die ich mir geschaffen habe, in Ordnung finde und ich vielen Dingen und Zusammenhängen angenehm gleichgültig gegenüber stehe. Sicher ist das nur der Moment, bevor es wieder kippt in die uferlose Trauer und Leere, weil ich mich sehe und nicht weiß, wo ich stehen soll....

Höllenschuh und Machermut

Was ist nur mit mir los? Warum bin ich so ergriffen von der Ost/West/Wendethematik? Ich komm zwar aus der DDR, bin da geboren, wohne im Osten der Republik, aber war doch als die sogenannte Mauer fiel, erst zweieinhalb. So richtig habe ich also nichts mitgekriegt vom Regime des Friedens oder wie auch immer das hieß. Ich habe es hier auch schon mehrmalig ausgeführt, komme aber nicht umhin, das Thema immer wieder aufzugreifen. Auch, wenn ich nicht wirklich weiß wieso. Nun also ein surrealistischer Versuch, es herauszufinden: Auslöser, natürlich, der Tod des Altkanzlers Helmet Kohl, nach dem sich auch die US-Noiserock Band Helmet benannt hat. Er ist das Symbol der Wiedervereinigung, die wir alle wollten. Ost und West, wieder vereint. Eine Nation, ein Reich. Die anderen Länder des Erdenrunds hatten erst Angst, wir würden wieder angreifen, aber wir gaben uns ordentlich und nachdem in der Bundeswehr nun auch die letzten rechtsradikalen Subjekete ausgemerzt wurden und der Bruch mit der We...