Direkt zum Hauptbereich

Liebe


To know him is to love him. Ich übersetze es mal mit: 

Ihn zu kennen, heißt ihn zu lieben.
Sie zu kennen, heißt sie zu lieben.

Ich hab so ein Buch, es heißt: "Rock is beautiful" da sind Rock-Lyrics der 50er bis frühen 70er drin.
Ich musste es schon mehrmals kleben, der Einband ist brüchig und die Seiten gelb und es riecht nach trockenem Keller. Dort drin habe ich auch den Song gefunden, der die oben stehenden Zeilen enthält.


Und ich dachte mir, als ich vor ein paar Tagen das poröse Furnier eines Tisches abwischte: keine so schlechte Formulierung. Und eine Hilfe für Menschen, denen es schwer fällt Liebe zu erkennen. Ich nenne keine Namen (fängt mit T an und hört mit R auf). Solchen Menschen sei geraten, gebt euch Mühe und lernt einen Menschen kennen, seit ihr oder ihm nah und vielleicht merkt ihr dann so eine Spannung zwischen Herz und Bauch, da laufen warme Gefühle zusammen. Vielleicht ist das Liebe. Schämt euch nicht, ob eurer Scham, denn Scham ist der Schatten der Liebe. Es ist schwer, ich weiß.

Ich probier's und ich streng mich an. Ich hab meine Momente. Es werden mehr. Und der Zweifel gehört dazu. Und der Bruch auch. Deshalb hier her geworfen, zwei Gedankennotizen von heute und vor ein paar Tagen, bisschen Murakami. Habt erbarmen und keine Angst. Dirty bleib ich trotzdem noch. Kommt nur was dazu.

Liebe I

Jeder Lover kennt den Zweifel
Denn er gehört dazu
Denn ohne jeden Zweifel 
Wäre Liebe nur noch halb so rot.

Es gehört dazu
Sich zu verbrennen 
An den Augen und der Haut und den Worten
Eines Gegenübers

Dazu gehören auch
Das Verzehren, 
der Schweiß und die Tränen 
Die Lust, die Freude und die Trauer

Also:
Lass sie regnen, warm und weich
Auf jenen, der sich blau und bleich
Aussetzt und es wagt

Mehr zu sein als nur allein.

Liebe II

Der Mond verließ die Erde einst und brach damit ihr Herz.
In ihrer Wut und Trauer verwünschte die Erde den Mond,
sodass fortan jedes Menschenherz, dass auf der Erde brach
Als Himmelskörper auf dem Mond einschlug.
Und so bekam der Mond ein kraterversehrtes Aussehen.

Bleibt gerade, liebe Menschen.

TV.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

#412 Atemschrei

Seit 10 Jahren kehrte er das Treppenhaus eines Buchlagers. Ein alter Plattenbau mit Stufen aus glattem Beton und definierten Winkeln und Kanten. Nicht wie die ausgetretenen Holzstufen im Nebengebäude der Tierpathologie, in der er vorher angestellt war. Den Dreck dort aus den Rissen und Fugen herauszubekommen, dauerte Stunden. Aber hier auf dem Beton fühlte es sich an wie ein Tanz, wenn er den Besen in sanften Wellen über den Boden schwang. Auf dem Weg dort hin und zurück kam er jeden Tag an einem kleinen Geschäft vorbei. Lange Zeit war es ein Imbiss, betrieben von einer Frau und einem Mann, die Filterkaffee, Cola in Dosen und zwei Sorten Flaschenbier verkauften. Dazu ganz akzeptable Pommes aus einer in die Jahre gekommen kleinen Fritteuse.  Als er sich entschloss, mit den beiden einmal mehr Worte zu wechseln, als "Eine Cola, bitte."   - "1,20" und "Stimmt so." teilte ihm die Frau mit, dass sie in zwei Wochen endgültig schließen - Rente. Beide hatten bis z...

#410 Bibelfliege

Steve sitzt an seinem Küchentisch. Der Tisch ist aus einem hellen Holz gefertigt, er hatte ihn gebraucht gekauft, einige dunkle Verfärbungen, dort wo schon vor ihm jahrelang Menschen ihre Arme abgelegt hatten. Erst beim Essen und später auch die Köpfe nach langen Trinknächten. Da sind auch Kerben, wo rohes Fleisch und Zwiebeln direkt auf dem Holz geschnitten wurden. Vielleicht sogar, so denkt er sich, hat auf diesem Tisch mal jemand Buchstaben aus einer Zeitung für einen Erpresserbrief mit dem Teppichmesser ausgeschnitten und dabei kleine Kerben hinterlassen.  Er fährt mit seiner Hand über den Tisch. Hinter ihm fällt flaches Sonnenlicht durch das Fenster. Die Blätter der beiden Bäume auf dem Hof verlieren langsam ihr Grün, aber der Wind ist noch nicht stark genug, sie von den Ästen zu reißen. Neben dem Tisch hängt ein Schrank, der zu der ebenfalls gebrauchten Einbauküche gehört, die Steve einer Frau abgekauft hat, die aus ihrer Stadtwohnung aufs Land zog. "Aus gesundheitlichen Gr...

#408 Verschwommene Kontore/Verdammnis

Durch das Fenster fällt Licht. Es ist das Licht aller Laternen der Stadt, dass sich an der Wolkendecke reflektiert. Es ist ein schwaches, leicht oranges glimmendes Licht, dass man auch sehen kann, wenn man sich Nachts über eine der Zubringerstraßen dieser Stadt nähert. Es hängt wie eine Glocke über den Häusern. Und in einem dieser Häuser liege ich unter dem Dach auf meinem Bett und starre den Schrank an, der an der Stirnseite meines Zimmer steht. Ich wende den Blick nicht ab und sehe, dass sich eine der Türen ganz langsam öffnet. An der oberen Kante zeichnet sich ein Schatten ab, schwarz, ungefähr so groß wie eine Hand und ohne dass ich Augen oder einen Mund erkennen kann, weiß ich, dass dies der Kopf sein muss, von diesem Etwas, dass mich beobachtet. Denn ja, ich fühle mich beobachtet, betrachtet. Das Wesen verharrt genauso wie ich für eine knappe Minute bevor es sich wieder ganz langsam hinter die Schranktür zurück zieht und diese dann auch schließt. Ich blinzele und stehe auf. Ich w...