Direkt zum Hauptbereich

Sleaford vs. Slevogt

Ich war da. Hier ist der Beweis!
Sleaford Mods in Leipzig. Das war sehr gut. Paul Weller meets The Fall. Specail K's Freundin Franny gleichzeitig Macherin des Ranchfestes, zu dem ihr alle erscheinen solltet, meinte nach der Show: "Und nächstes Jahr dann o2 Arena." Das wäre gut. Oder besser. In einer besseren Welt. Da wäre das so. Alles weitere könnt ihr in der Juli Ausgabe der netten kleinen Gazette Standort.West lesen.




Weiter nach Plan: am Donnerstag spielte ich im Karl-Heine Hot Dog Laden, ohne einen solchen (in vegetarischer Form) verzehrt zu haben. Ich kam nicht dazu. Dafür habe ich den American-Way of Liederspielen kennengelernt. Vor Lauf-Publikum zu spielen, ist schon anders als auf einer richtigen Bühne. Zumal ich dort ca. 2,50m über dem Boden performte. Nicht, weil ich so arrogant bin oder aus vegetarisch bedingtem Eisenmangel die Erdanziehungskraft überwunden habe. Nein, die haben da eine pitorreseke Bühne über dem Tresen. 

Da saß ich und stampfte mit dem Fuß zu meinen Songs, Tom Waits' "Yesterday Is Here" (der Link führt zu einer verkaterten Coverversion von Cat Power)  und meiner "Wicked Game" Coverversion "Krankes Spiel". Jedenfalls ist es ja in Amerika üblich, dass die Leute reden, während ein Musiker spielt. Das war dort auch so. 

Ist ungewohnt, führte aber dazu, dass ich immer weiter gemacht habe. Nach meinem ersten Set lief das erste Messer-Album und nach dem zweiten schon wieder Nirvana. Fotos und ein Interview findet ihr demnächst in dem sehr schön dunklem Online-Magazin Effusive. Dort wird zum Beispiel gesagt, dass mein Blog frei von List geschrieben ist, was ich als sehr nettes Kompliment auffasse.

Okay. Was noch? 

Diese Woche bringt SAFI ihr zweites Album raus. Ganz schöner Breaker, cooler Shaker!

Und irgendwer aus ihrem Plakatier-Team hat meinem Hotdogladenposterkonterfeit ZWEI Augen aufgeklebt, obwohl ich doch nur eins weggekratzt habe. Ein Foto konnte ich davon nicht machen, denn es war dann schon wieder überklebt. Irgendwann verrate ich euch auch nochmal den banalen Grund, warum ich das eine Auge weggekratzt habe. Aber jetzt noch nicht. Vielleicht, wenn ich das zweite Album fertig habe (jetzt, noch nicht). 

Jemand hat auf zwei Plakaten in meiner Nähe ein Tag in Spinnenform gebombt. Das finde ich unheimlich. Denn die Spinne ist ziemlich groß.

Abschließend noch ein Dankeschön an Baby J, der mich darauf gebracht hat, alte Simpsonsfolgen wieder zu schätzen. Ich dachte, es geht nicht, nach Family Guy. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Die Emotionalität und Tiefe der Simpsons ist wesentlich schöner und angenehmer als bei Family Guy. Das ist aber nur bei relativ frühem Staffel-Einstieg zu erkennen. 

Und schon schwappen Erinnerungen hoch: Als Kind sah ich die Simpsons noch auf ZDF! Ja, da kam das mal...in jedem Fall: Danke Baby J!

Jetzt muss ich Proben und dann die interessante israelische Band Combine und ihre Fans mit Speis' und Trank versorgen.

Mit bestem Gruß,

Timm.












Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

#412 Atemschrei

Seit 10 Jahren kehrte er das Treppenhaus eines Buchlagers. Ein alter Plattenbau mit Stufen aus glattem Beton und definierten Winkeln und Kanten. Nicht wie die ausgetretenen Holzstufen im Nebengebäude der Tierpathologie, in der er vorher angestellt war. Den Dreck dort aus den Rissen und Fugen herauszubekommen, dauerte Stunden. Aber hier auf dem Beton fühlte es sich an wie ein Tanz, wenn er den Besen in sanften Wellen über den Boden schwang. Auf dem Weg dort hin und zurück kam er jeden Tag an einem kleinen Geschäft vorbei. Lange Zeit war es ein Imbiss, betrieben von einer Frau und einem Mann, die Filterkaffee, Cola in Dosen und zwei Sorten Flaschenbier verkauften. Dazu ganz akzeptable Pommes aus einer in die Jahre gekommen kleinen Fritteuse.  Als er sich entschloss, mit den beiden einmal mehr Worte zu wechseln, als "Eine Cola, bitte."   - "1,20" und "Stimmt so." teilte ihm die Frau mit, dass sie in zwei Wochen endgültig schließen - Rente. Beide hatten bis z...

#410 Bibelfliege

Steve sitzt an seinem Küchentisch. Der Tisch ist aus einem hellen Holz gefertigt, er hatte ihn gebraucht gekauft, einige dunkle Verfärbungen, dort wo schon vor ihm jahrelang Menschen ihre Arme abgelegt hatten. Erst beim Essen und später auch die Köpfe nach langen Trinknächten. Da sind auch Kerben, wo rohes Fleisch und Zwiebeln direkt auf dem Holz geschnitten wurden. Vielleicht sogar, so denkt er sich, hat auf diesem Tisch mal jemand Buchstaben aus einer Zeitung für einen Erpresserbrief mit dem Teppichmesser ausgeschnitten und dabei kleine Kerben hinterlassen.  Er fährt mit seiner Hand über den Tisch. Hinter ihm fällt flaches Sonnenlicht durch das Fenster. Die Blätter der beiden Bäume auf dem Hof verlieren langsam ihr Grün, aber der Wind ist noch nicht stark genug, sie von den Ästen zu reißen. Neben dem Tisch hängt ein Schrank, der zu der ebenfalls gebrauchten Einbauküche gehört, die Steve einer Frau abgekauft hat, die aus ihrer Stadtwohnung aufs Land zog. "Aus gesundheitlichen Gr...

#408 Verschwommene Kontore/Verdammnis

Durch das Fenster fällt Licht. Es ist das Licht aller Laternen der Stadt, dass sich an der Wolkendecke reflektiert. Es ist ein schwaches, leicht oranges glimmendes Licht, dass man auch sehen kann, wenn man sich Nachts über eine der Zubringerstraßen dieser Stadt nähert. Es hängt wie eine Glocke über den Häusern. Und in einem dieser Häuser liege ich unter dem Dach auf meinem Bett und starre den Schrank an, der an der Stirnseite meines Zimmer steht. Ich wende den Blick nicht ab und sehe, dass sich eine der Türen ganz langsam öffnet. An der oberen Kante zeichnet sich ein Schatten ab, schwarz, ungefähr so groß wie eine Hand und ohne dass ich Augen oder einen Mund erkennen kann, weiß ich, dass dies der Kopf sein muss, von diesem Etwas, dass mich beobachtet. Denn ja, ich fühle mich beobachtet, betrachtet. Das Wesen verharrt genauso wie ich für eine knappe Minute bevor es sich wieder ganz langsam hinter die Schranktür zurück zieht und diese dann auch schließt. Ich blinzele und stehe auf. Ich w...