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Du bist ein Verb/Ich bin ein Objekt

Self-Titled (Demo 2003) by Steve Moore Letztens führte die Frage nach einem Brotteller im Bistro dazu, dass die Kellnerin erst ganz konfus wurde (wieso nur?) und dann nach der Speisung allen am Tisch als Geste der Verzeihung süße und herzhafte Croissants in kleinen Papiertüten mitgab. Wahrscheinlich aus Angst vor einer realen oder internettigen schlechten Bewertung. Ein Phänomen unserer Dienstleistungsgesellschaft, dem ich höchst skeptisch gegenüber stehe, da doch es doch vorrangig dazu beiträgt, dass wir uns gegenseitig selbst regulieren, überwachen und maßregeln und in einer vermeintlich perfekten Service-Welt enden in der alle äußerlich lächeln, aber innerlich vor Reibung und Spannung brennen, wenn nicht schon emotional verkohlt sind.  Ich wählte trotzdem ein süße Lauge, da ich Süßes sehr gerne esse, hatte dann aber doch ein herzhaftes Gebäck bekommen, was ich merkte als ich gegen 00:04 auf einer kleinen Raststätte hineinbiss. Und es war trotzdem ausgesprochen gut, vielleicht so...

Auge knarzt wie alte Dielen/Autonarko

  In dieser Nacht wachte ich auf und rang mit den Vorstellungen, wie es sei mit einer Fähre in der herbstlichen Ostsee in einem Sturm unterzugehen und den Dingen die ich für die nächste Woche in Form zu bringen hatte. Atemkonzentration half nicht und ich blickte auf die Sterne vor dem kleinen Fenster. Nach ein paar Minuten versuchte ich es mit einer alternativen Technik, die ich schon einige Male angewendet habe: ich schloss die Augen und stellte mir vor, wie ich in ein Auto vor der Tür steige und eine Strecke fahre, zb. von Leipzig nach Halle.  Dabei stelle ich mir alles möglichst im Detail vor: Ich steige in das Fahrzeug, richte mir den Fahrersitz so ein, dass ich über das Lenkrad schauen kann und an die Pedale komme, starte den Motor und lege den Gang ein. Hier fängt die Vorstellung an zu holpern. Wann schalte ich in den dritten Gang? Da vorne kommt die Kreuzung, aber auf die Bundesstraße komme ich da nicht. Ist es mir jetzt, da es eine Vorstellung ist, erlaubt das Fahrzeug...

Narbenwetter/Das letzte Ende

Beim Trinken mach ich's wie der Mond Einmal im Monat bin ich voll Dann zieh' ich das Ironie-Shirt an Und mal den Teufel an die Wand S und ich gingen durch den Wald und loteten die Untiefen des Herzens aus. Wir hielten uns auf den Hauptwegen und bogen dann auf den Komposthof. Da lag gemähtes Gras, ich sagte auch kurz "mäh" als wir die Haufen umrundeten und S sprach von Dinosaurierscheiße und ich meinte, dass sind dampfende Büffel, die sich erst in der Nacht aus dem Boden erheben und da hinten, dass sei eine riesige haarige Ghibli-Raupe, die schläft. Danach kurze aber angenehme Desorientierung, in welche Richtung wir jetzt weiter gehen (müssen) - ich führte das auf die mehrmalige Umrundung der Büffel zurück.  Als wir uns dann später an einer Straßenecke verabschiedeten, hatte ich eine meiner im Nachhinein witzigen Gestenverwirrungen: S hielt mir seine rechte Hand mit der Handfläche nach oben hin, was für mich aussah als sollte ich da irgendwas rein legen, als ob er bez...

Die Donauwelle ist ein höfliches Gebäck/Waldsalami

Das ist einer von den Sätzen, die mich erreichen, wenn ich nachts erwache. Liegt vielleicht daran, dass ich meinen Aktiv-Zucker-Konsum reduziert habe. Aber hey, zumindest im Moment keine Ängste im Schlafbereich - nur manchmal der kalte Hauch einer Ahnung, dass noch eine Person/eine Entität mehr im Raum sein müsste, dass eine fehlt, die doch eben noch da war. Das geht mir auch auf Tour häufig so. Im Auto sitzend, durch die Gegend gleitend, von einer Spielstätte zum nächsten Spielort denke ich, dass wir doch eben noch mehr Leute waren und dann bekomme ich Angst, durchzudrehen oder einen anderen Geisteszustand zu erreichen, den ich gar nicht haben will.  Sehr unangenehm bekannt ist mir dieses Phänomen seit einiger Zeit auch von Tagen nach Trinkerei. Der Körper fuselt dann herum und geht mit Übelkeit und Schwäche in einen Energiesparmodus. Das finde ich noch ganz in Ordnung, ist es doch eine konkreter Wunsch nach Rekreation, dem ich mich gern hingebe. Aber da ist dann auch noch diese V...

Von Westen umgeben, mit dem Schäfer getanzt.

Plötzlich tauchte zwischen den Hügeln links neben der Straße ein ungefähr 80 Meter langes Stück Metallzaun auf, in dessen Verhältnis zwischen Luft und Metall auf jeden Fall das Metall den größeren Anteil hatte. Eigentlich waren es perforierte Metallplatten. Die Landschaft drum herum dörflich, mit Bäumen und Feldern. Wie immer: Eigentlich ganz schön . Ich hätte von dem Zaun und dem kleinen Schotterparkplatz keine Notiz genommen, wenn nicht so ein braunes Schild darauf hingewiesen hätte das Deutschland und (auch) Europa hier bis 1989 geteilt waren.  Warum müssen diese Schilder eigentlich braun sein? Ist Geschichte braun? Ist das ein kleiner Seitenhieb des Bundesministeriums für politische Bildung? Naja, ich glaube eher, dass das verkehrstechnische Gründe hat. Gelb sind die Schilder der Bundestraßen, grün die Hinweise für Hotels, braun die für Sehenswürdigkeiten und blau die für Autobahnen. Aber müssten nicht in vollkommener Konsequenz die letztgenannten braun sein? Ich frag ja nur....

Die Gräber der Großväter schon im Meer/Duschen

 Lass dies laufen, während du liest: Seit ein paar Tagen dusche ich mich nicht mehr direkt nach dem Aufstehen, stattdessen in den Tag rein mit der Gitarre oder kurz mit den Füßen durch den diesigen Wald. Es soll ja gut sein, Routinen zu brechen. Da hatte mir dann auch gleich ein Vogel direkt zwischen die Augen kacken wollen, aber zum Glück hatte ich die Sonnenbrille auf, deren Steg den Großteil des Flatschens  davon abhielt meinen Nasenrücken oder meine Lider oder gar meine Netzhaut zu berühren.  Das letzte Mal habe ich einen Vogelschiss (wir werden die Belegung dieses schönen Wortes durch Gauland überwinden) 2011 in Lärz abbekommen, als ich dort beim Fusion-Fest mit meiner Band spielte. Es war ungefähr ähnliches Wetter wie in den letzten Tagen, nur kälter und ich packte in einem seltenen Moment geistiger Klarheit meine M65 Field Jacket (Woodland Camouflage) ein und trug sie dort. Ich hatte keine wirklich gute Laune, lief durch den Backstage-Bereich auf der Suche nach Nah...

Mit Laktoseinteloeranz und Diabetes/ Im Land von Milch und Honig

Turn that on while reading...   Neuste nächtliche Portal-Panik-Fantasie: Ich mach vor dem Spiegel ein Foto von mir selbst mit dem Handy. Und zwar nicht mit der Linse in den Spiegel rein, sonder quasi den Spiegel als Selfie-Display nutzend. Die Linse zeigt zu mir, ich sehe das Bild/Display im Spiegel. Durch einen ungünstigen Winkel vervielfacht sich mein Bild ins unendliche und ich falle durch ein Dimensionstor in eine Welt, die aussieht wie Schwerin. Ich fühle mich 10 mal so schwer in Schwerin (muss die Schwerkraft sein) und die staubigen Straßen sind bevölkert von sogenannten Bebewesen. Das sind bräunliche Kugeln von ungefähr einem Meter Durchmesser, die entweder wild durch die Gegend springen und "Vincent" von Sarah Connor singen, aber nur die Strophen und nicht den wirklich richtig tollen Refrain, den ich so mag. Oder sie nähern sich von hinten ganz langsam, um mit ihren Haaren, die vereinzelt aus ihrer lederartigen Haut wuchern, an meinen Nacken zu tippen. Im wirklichen...