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Viel zu tun

Guten Tag. Wunderbar war es in Oelde beim "Versuche von Glück" Festival. Ich war ein bisschen überfordert, ob der Schönheit der Landschaft und der Freundlichkeit der Menschen und Kühe. So bewegte ich mich also leicht gebückt und geistig gehemmt durch die Gegend, stand auf einem Feld und genoss das kleine Stück Weite. So weit, so Kitsch. Zumindest meine Worte.  Meine Performance wurde wohlwollend aufgenommen. Toll war es, die Konzerte von Drangsal, die Heiterkeit und Ja, Panik zu sehen und sich dann, dank gelösterer Stimmung meinerseits, auch zu unterhalten. Dank gilt an dieser Stelle auch Sophia, die mich und Baby J zum hellen Oelde und wieder zurück ins dunkle Leipzig gefahren hat. Natürlich auch Hendrik und der Gang für's möglich und behaglich machen Nichtsdestotrotz, ihr kennt es, habe ich auch so meine finsteren Gedanken gehabt. Ist das hier vielleicht wirklich die Endzeit in der die westliche Welt versucht ihren Entwurf von (kapitalgestütztem) Glück ...

LINA, bitte mach das Bowie kommt.

Adbusting: keine schlechte Idee. Das (meist) destruktive Verändern von Werbung auf der Straße. Ich sehe hier öfter pinke Farbe über diverse Plakate gepinselt, so dass von deren eigentlicher Aussage, die das zu bewerbende Produkt mit anregenden Attributen verbinden soll, nur noch das Attribut übrig bleibt. Zum Beispiel: "Super". Dann kann sich jeder selber zurecht legen, was das "Super" bedeutet. Find' ich super. Letzte Woche gab es dann schön einfache, aber ziemlich große Plakate auf denen "HOWIE KOMMT" drauf steht. Es geht um Howard Carpendale, der wohl kommt um Konzerte zu geben. Baby J machte auf den interessanten und amüsanten Fakt aufmerksam, dass auf dem Plakat der Hinweis "JETZT LIVE!" steht.  Als Kind habe ich diesen Sänger, von dem ich tatsächlich kein Lied im Ohr habe immer Howard (normal englisch) KARPENDALE (also wie gelesen) ausgesprochen. Im Stile des Adbusting kam mir dann die Idee, aus dem HOWIE ein BOWIE zu mache...

Sturz und Panikattacke von der anderen Seite

Als ich 13 war brauchte ich keinen langen Haare um Heavy Metaller zu sein. Ich hörte die Band Slayer, verehrte sie. Jetzt bin ich älter, habe lang Haare und höre die Band immer noch. Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich fast alle Lieder auswendig kenne. Letzte Woche wäre ich fast einen Abhang herunter gestürzt, da sich mein Gitarrenkoffer im Vorderrad meines Fahrrads verfangen hat und ich die Kontrolle über selbiges verlor. Ich bin kurz vor dem Abgrund zum stehen, bzw. liegen gekommen, musste aber unter dem leisen Ausruf "Oh nein, meine Gitarre!" eben jene Gitarre den Abhang herunter rutschen sehen. Sie hat's überlebt.  Sie heißt Baby Blue. Die andere heißt Cindy. Gitarrennamen kann sich niemand aussuchen, du siehst sie und der erste Name, der dir in den Sinn kommt ist es. Intuition. So wird es genannt.  Das ist nicht soviel anders, als bei Menschen.  Zumindest kann das Stück Holz/Gitarre ebenso wenig wie das Stück Mensch, dass sich auf den E...

Viel zu viel zu wenig oder sag nein zum ja.

Ein Tage in Halle und die Welt dreht sich langsamer. Also eigentlich ja eher schneller, zumindest nach der Rückkehr nach L. Die Menschen, die ich traf und zumindest teilweise schon kannte, waren entspannter als ich. Und gar nicht so langsam rutschte mein Stresslevel auch nach unten.  Trotzdem konnte ich mich nicht auf die Genialität des "einfach mal schauen, was passiert" einlassen. Selbst ein Zug an einer Krautzigarette hat nichts gebracht und das ganze eher noch schlimmer gemacht. Timm ist nicht dafür gebaut und kroch dann durch einen grauen Morgen (das MorgenGRAUEN!) und schlief im Wandschrank. Um wenige Stunden später wieder zurück zu Wodka O zu gehen. Vielleicht eine unterbewusste Respektbezollung an Lemmy K. Dem geht's ja grad nicht so gut.  Also liebe Hallenser: ich bin beeindruckt von eurer Lebensweise, aber klar kommen tue ich damit nicht. Und auf der anderen Seite: Wer bin ich schon, mich darüber entäußern zu dürfen.  Macht weiter so. Vom Berli...

Embedded Kot

Irgendwer hat die Gnade gehabt und in den kleinen Fahrradbunker vor meiner Manison gekotet. Wieso? Oder war es ein Tier? Ein Fuchs oder Dachs?   Ich als Paranoiker und größter Skeptiker meiner selbst hatte dann sofort folgend den Gedanken, dass ich es vielleicht selber war und nun endgültig zwei Persönlichkeiten habe. Aber soweit ist es dann doch (noch) nicht.  Allerdings ist mir beim Betrachten der fremden Hinterlassenschaften die Frage in den Sinn gekommen, ob ich meinen eigenen Kot außerhalb des Ortes, an dem ich ihn sonst sehen könnte, der Toilette, überhaupt erkennen würde. Stellt euch selber mal diese Frage.  Crazy S hat hierzu auch mal "Master Of Entertainment Slavoj Zizek" erwähnt, der sich mit der Erkennbarkeit von Ideologien in der Toilettenbauweise beschäftigt hat.  Seht ihn hier: Wurden wir eigentlich durch Toiletten amerikanischer Bauart amerikanisiert? Auf jeden Fall liegt die Kacke auf der Straße und manchmal bewegt sie sich ...

0 gegen 1 RB, ich zunguzeng dich.

Ich habe gestern gegen 13Uhr die Stadt Leipzig verlassen. Ich sah viele Menschen mit Trikots der Red Bull Mannschaft auf der Straße und in den Bahnen. Erst an meinem Zielort erfuhr ich, dass die erwähnte Mannschaft gegen St.Pauli gespielt und verloren hat. Was mich freut. Denn ich stehe dem RB kritisch gegenüber. Es gab mal einen Artikel in dem Magazin "11 Freunde". Wegen dem hätte ich mir die Zeitschrift fast gekauft. Darin geht es um das falsche Spiel des Vereins. RB. Problem ist natürlich: so richtig gern würde ich mich bei LOK Leipzig auch nicht einreihen, aus politischen Gründen. Was bleibt also zu tun?  Die Frage stelle ich mir auch immer ernsthafter, wenn ich die Agression sächsischer Mitbürger sehe. Wenn sie aus Angst vor Geflüchteten protestieren. Wohl gemerkt betrunken, so steht es in jedem Artikel deutlich mitgeteilt wird. Als ob der alkoholisierte Zustand irgendwas besser oder schlechter machen würde.  Würde. Ein rares Gut. Auch bei der Zeit. In e...

50 Mal

Mein fünfzigster Blogeintrag. Toll. Hier besiegst du deine Angst Oder wirst Stumpf und Stumm Im Sumpf der Feierei Dreck fliegt durch den Raum Still und traurig Du bist so damit beschäftigt Die Unterschiede zu finden Das du vergisst was dich verbindet Schmerz und Freude In gleichem Maß Sind schwer zu finden Überall Für die Armen gibt es Geld Und die Reichen bleiben Diebe Manche Hemden färben sich rot Ich bin pleite bis aufs Blut Interessanter bleiben immer Die Leiden der anderen Bleib doch im Büro Bleib doch noch bei mir Wo ist das Büro Das Büro ist im Bett Unerträglich ertragbar So ist das Jetzt Klar vorhersehbar zerbrechlich So brennt die Zukunft Woanders haben sie keine Arbeit Und deshalb gibt es genug von ihnen Auf der Straße zu sehen Es gibt wenig das funktioniert Und alle wollen es haben Geschichte kommt zweimal Zuerst als Tragödie Dann als eine Farce Was wärst du lieber? Friede...